Sonne, Gelato, Ungeziefer? In Rom sorgt zurzeit eine Insektenplage für Unmut unter Touristen und Einheimischen: fliegende Kakerlaken verbreiten Schrecken und Ekel. Aktuell scheinen sie sich so stark zu vermehren wie noch nie. Sie sind am Strand von Fiumicino, in den Palazzi des Stadtzentrums von Rom und sogar im römischen Nobelviertel Parioli zu finden, wie verzweifelte Anwohner berichten. In den Hotels beklagen sich Urlauber über die Insekten, die aus Ritzen und Wandlöchern kriechen.

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In den sozialen Netzwerken kursieren zahlreiche Videos und Posts über die Kakerlaken-Plage. Roberto Alcantara, der im römischen Viertel Torpignattara lebt, beklagt, dass die Bürgersteige voller schwarzer Insekten sind. Leintücher, die auf dem Balkon trocknen, seien voller „Blatte“, wie die lästigen Kakerlaken in Rom heißen. „Schließt unbedingt die Fenster!“, warnt Alcantara.

Italiens Hauptstadt kämpft mit Ungeziefer – Schädlingsbekämpfer warnt

Um die öffentliche Gesundheit zu schützen und die Sicherheit in Wohnhäusern zu gewährleisten, haben viele Hausverwaltungen in der Hauptstadt Schädlingsbekämpfer angefordert. Der Experte Andrea Lunerti erklärt unserer Redaktion gegenüber: „Die Ursache ist eindeutig die große Hitze der letzten Wochen, verbunden mit starker Feuchtigkeit.“ Laut dem bekannten Ethologen wird die Ausbreitung dieser großen, rötlichen Ungeziefer auch durch den Stadtmüll und dessen schlechte Entsorgung begünstigt.

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„Rom ist gerade jetzt voller Touristen, die Essen zum Mitnehmen mit sich herumtragen oder wegwerfen. Die auf der Straße zurückgelassenen Lebensmittel bieten Nahrung für die Insekten. Vor allem Lagerhäuser und Restaurants müssen sauber gehalten werden“, mahnt Lunerti. Er rät dazu, Lebensmittel richtig zu lagern: Brot, Pasta und andere Vorräte sollten in Glas- oder Hartplastikbehältern statt in Kartons aufbewahrt werden, da diese von den Insekten befallen werden können. Wichtig sei auch, Tischdecken nicht aus dem Fenster auszuschütteln.

Kakerlaken stellen Gesundheitsrisiko dar: Das empfiehlt der Experte

Besonders wichtig: „Kakerlaken kommen mit Schmutz in Kontakt. Wenn sie unsere Lebensmittel berühren, besteht ein hohes Risiko der Kontamination, da sie Krankheitsüberträger sein können – genau wie Mäuse oder Ratten“, warnt Lunerti. Er empfiehlt, Ritzen und Lüftungsschächte abzudichten sowie Fenster mit Fliegengittern zu sichern. Allerdings rät der Römer davon ab, in Wohnungen Gift zu sprühen – besser sei es, Lebensmittel und auch das Futter von Haustieren sicher zu lagern. „Die Futternäpfe von Hunden und Katzen sollten sauber gehalten werden“, meint Lunerti.

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Rom ist vor allem von der amerikanischen Großschabe (Periplaneta americana) belastet. Sie ist rötlich-braun, flugfähig und wird bis zu 4,5 cm groß. Die Braunbandschabe (Supella longipalpa) ist kleiner und kann flattern. Hohe Temperaturen machen sie aktiver und beweglicher. Eine hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt ihre Fortpflanzung. Sie fliegt, wenn sie sich bedroht fühlt oder nach Nahrung sucht.