Es ist ein Trümmerfeld: Am Donnerstagvormittag (deutscher Zeit) stürzte eine Boeing 787-8 Dreamliner in ein Wohngebäude der indischen Stadt Ahmedabad. 242 Menschen befanden sich laut der Gesellschaft „Air India“ an Bord der Maschine auf dem Weg nach London – 241 Insassen starben. Aufnahmen, auf denen eine atompilzartige Explosionen zu sehen ist, machten schon früh wenig Hoffnung auf Überlebende.

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Doch mitnichten. Wie ein Vertreter der örtlichen Gesundheitsbehörde am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP bestätigte, gab es einen Überlebenden. Er wurde nach dem Absturz medizinisch versorgt. „Es grenzt an ein Wunder“, sagte ein indischer Abgeordneter CNN. Gleichzeitig wurden nach Angaben der örtlichen Rettungskräfte bislang 260 Leichen gefunden – sowohl Flugzeuginsassen als auch Menschen, die sich an der Absturzstelle am Boden aufgehalten hatten.

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Unter anderem das englischsprachige indische Portal „India Today“ verbreitete ein Video, das den Mann zeigen soll, wie er sich von der Unglücksstelle entfernt und auf einen Krankenwagen zuläuft. Sein T-Shirt ist zerrissen. Darunter klaffen blutige Schrammen. Sein Gesicht ist zerkratzt. Ansonsten aber wirkt er agil. Bestätigt wurde mittlerweile, dass der Überlebende in einem Krankenhaus behandelt wird. Indische Medien zeigen den Überlebenden auf einem Krankenbett. Auch seine Bordkarte wurde abgelichtet, wobei die Echtheit nicht bestätigt ist. Der Sender BBC konnte herausfinden, der er unter dem Namen Vishwas Kumar Ramesh auf der Passagierliste stand. Der 40-Jährige sei in Indien geboren, lebe aber bereits seit längerem in Europa. Der britische Staatsbürger habe eine Frau und einen Sohn.

„Es ist alles vor meinen Augen passiert und ich konnte überhaupt nicht glauben, wie es mir gelungen ist, da lebend rauszukommen“, sagte Vishwash Kumar Ramesh am Freitag von seinem Krankenbett aus dem indischen Sender DD News. Der 40-Jährige wird derzeit wegen Verbrennungen und anderer Verletzungen im Krankenhaus behandelt. Schon „eine Minute nach dem Start“ habe es sich angefühlt, als ob etwas nicht stimme, sagte Ramesh in dem Interview. „Mir wurde klar, dass etwas passiert ist, und dann gingen plötzlich die grünen und weißen Lichter an.“ Danach sei die Maschine anscheinend schneller geflogen – „direkt auf etwas zu, was sich dann als eine Unterkunft eines Krankenhauses erwies“.

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Ramesh weiter: „Zuerst dachte ich auch, dass ich gleich sterben würde, aber als ich meine Augen öffnete, wurde mir klar, dass ich noch am Leben bin.“ Gegenüber der „Hindustan Times“ sagte Ramesh: „Als ich aufstand, waren überall um mich herum Leichen. Ich hatte Angst. Ich stand auf und rannte. Überall um mich herum lagen Flugzeugteile. Jemand packte mich, setzte mich in einen Krankenwagen und brachte mich ins Krankenhaus.“ Ein Arzt bestätigte gegenüber CNN, dass sein Zustand „nicht sehr kritisch“ sei. Er könne in den nächsten Tagen entlassen werden. „An meiner linken Hand habe ich leichte Verbrennungen wegen des Feuers“, so Ramesh. Ansonsten gehe es ihm aber gut.

Kurze Zeit später besuchte auch Indiens Premierminister den Überlebenden am Krankenbett. Narendra Modi habe sich bei einem Besuch in Ahmedabad von dem Mann erzählen lassen, wie er trotz Verletzungen entkommen sei, berichtete der indische Sender NDTV.

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„Wir sind am Boden zerstört, einfach am Boden zerstört“, sagte sein Bruder, obwohl Ramesh die Tragödie überlebt hat. Laut dem Sender war nämlich ein weiterer Bruder an Bord des Fliegers, der aber in einer anderen Flugzeugreihe saß. Auch wenn die genaue Zahl der Opfer laut Behördenangaben erst nach DNA-Abgleichen genannt werden kann, ist davon auszugehen, dass er den Absturz nicht überlebte.

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Mit anderen Medienberichten deckt sich die Angabe, dass der Überlebende auf Sitzplatz 11A von Flug AI171 saß. Laut einem Flugplan der Boeing Maschine befindet sich der Platz direkt am Notausgang auf der linken Seite des Flugzeuges. „Das Flugzeug ist explodiert“, soll der Mann auf dem Video auf Gujarati, einer indogermanischen Sprache, sagen. Indische Medien hatten zunächst berichtet, dass der Mann aus dem Notausgang gesprungen sei, bevor die Maschine auf dem Wohngebäude aufschlug. „India Today“ zitiert allerdings den Polizeichef mit der Aussage, einen Überlebenden „auf Sitz 11A“ gefunden zu haben. Gegenüber Modi soll Ramesh angegeben haben, nach dem Aufprall der Maschine am Boden seinen Sicherheitsgurt gelöst und die Maschine verlassen zu haben.

Der indische Premierminister Narendra Modi am Krankenbett von Vishwas Kumar Ramesh.
Der indische Premierminister Narendra Modi am Krankenbett von Vishwas Kumar Ramesh.© AFP | -

Sicherheitsanalyst David Soucie sagte dem US-amerikanischen Sender CNN, dass sich Sitz 11A genau dort befunden habe, wo der Tragflächenhom nach unten gehen würde. Das sei grundsätzlich eine sichere Stelle. Was aber die Überlebenschancen darüber angehe, „ist das unglaublich überraschend.“