- Eine Air-India-Maschine mit 242 Menschen an Bord ist abgestürzt, 241 der Insassen sind tot
- Ein Insasse soll den Absturz überlebt haben
- Bei den 230 Passagieren des Fluges handelte es sich um 169 Inder, 53 Briten, sieben Portugiesen und einen Kanadier
- Das Flugzeug stürzte in ein Gebäude, auch am Boden starben dadurch Menschen
- Der Flughafen Sardar Vallabhbhai Patel bleibt vorerst geschlossen
In Ahmedabad im Nordwesten Indiens ist am Donnerstag ein Langstreckenflugzeug kurz nach dem Start abgestürzt. Die Boeing 787-8 Dreamliner der Fluggesellschaft Air India sollte nach London fliegen. Das bestätigt das Ministerium für zivile Luftfahrt. „Die Zahl der Toten beträgt im Moment 260“, sagte Polizeivertreter Vidhi Chaudhary am Abend. Das bedeutet, dass zudem mindestens 19 Menschen am Boden getötet wurden, als das Flugzeug in eine Unterkunft für Ärzte und ihre Familien krachte. Laut der Fluggesellschaft befanden sich 242 Menschen an Bord, darunter Passagiere und Besatzung. Unter ihnen waren 169 indische, 53 britische, ein kanadischer sowie sieben portugiesische Staatsangehörige. Nur ein Insasse überlebte, 241 starben.
Zunächst hatte die indische Polizei mitgeteilt, es gebe keine Überlebenden. Später berichteten jedoch mehrere Medien unter Berufung auf die Rettungskräfte, dass eine Person den Absturz überraschend überlebt haben soll. Der Mann, ein Passagier auf Sitzplatz 11A, soll sich laut „India Today“ während des Unglücks aus dem Flugzeug gerettet haben.
Caught On Cam: Passenger plane crashes near Ahmedabad Airport.#PlaneCrash #Gujarat #Ahmedabad #ViralVideo pic.twitter.com/EkitM2Eg9Y
— TIMES NOW (@TimesNow) June 12, 2025
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Flugzeug stürzt auf Ärztewohnheim – viele Menschen noch unter Trümmern eingeschlossen
Aufnahmen von vor Ort zeigen lodernde Trümmer und dichte schwarze Rauchwolken in der Nähe des Flughafens. Der Jet war für den Langstreckenflug voll betankt. Laut Experten könnte das die heftige Brandentwicklung erklären und den Einsatz der Rettungskräfte erheblich erschweren.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur „Reuters“ stürzte das Flugzeug offenbar auf ein Ärztewohnheim. Rettungskräfte hatten nach und nach Leichen aus einem Gebäude an der Einsturzstelle geborgen. Weitere Menschen seien noch eingeschlossen, teilte das Rettungsteam am Mittag laut „Reuters“ mit.
CISF Rescue Operations Underway at AI 171 Crash Site, Ahmedabad.
— CISF (@CISFHQrs) June 12, 2025
Following the tragic crash of London-bound Air India flight AI 171 near Ahmedabad Airport, #CISF personnel immediately activated emergency protocols and rushed to the site. Rescue operations are being carried out in… pic.twitter.com/jnfIWxQF1b
Signal eine Minute nach Start abgebrochen – Indiens Ministerpräsident äußert sich zum Vorfall
Air India bestätigte auf X, dass der Flug AI171 von Ahmedabad nach London-Gatwick heute kurz nach dem Start in einen „Unfall“ verwickelt war. „Die Verletzten werden in die nächstgelegenen Krankenhäuser gebracht“, schrieb die Air India. Das Unternehmen arbeite eng mit den zuständigen Behörden zusammen, um den Vorfall aufzuklären. Auch Großbritannien erklärte, mit den indischen Behörden zusammenzuarbeiten, um schnell die Fakten zu ermitteln und den Betroffenen Unterstützung zu leisten.
Die genaue Ursache des Absturzes ist noch unklar. Nach Angaben des Portals Flightradar24 brach das Signal der Maschine weniger als eine Minute nach dem Start ab.
We are following reports of a crash of Air India flight #AI171 from Ahmedabad to London. We received the last signal from the aircraft at 08:08:51 UTC, just seconds after take off.
— Flightradar24 (@flightradar24) June 12, 2025
The aircraft involved is a Boeing 787-8 Dreamliner with registration VT-ANB… pic.twitter.com/EmKKISJldF
Sämtliche Flüge am Flughafen Sardar Vallabhbhai Patel der Millionenstadt Ahmedabad seien bis auf Weiteres ausgesetzt worden, teilte der Airport auf der Plattform X mit. Der Flughafen sei nicht betriebsbereit. Passagiere seien dazu aufgerufen, sich bei den Fluggesellschaften zu informieren.
„Tief betroffen“: Britischer und indischer Minister äußern sich zum Flugzeugunglück in Ahmedabad
Der indische Luftfahrtminister Ram Mohan Naidu Kinjarapu reagierte „geschockt und am Boden zerstört“ auf das Unglück. „Meine Gedanken sind bei allen an Bord und ihren Familien“, erklärte er in Neu Delhi. Es würden alle nötigen Maßnahmen ergriffen, „um die medizinische Versorgung und Rettungseinsätze sicherzustellen“.

Auch der britische Außenminister, David Lammy, zeigte sich tief betroffen über das Unglück in Indien. In einem Statement auf der Plattform X schrieb er: „Tief betroffen von der Nachricht über den verheerenden Flugzeugabsturz in Ahmedabad, Indien. Meine Gedanken sind bei allen Betroffenen.“
Deutschlands Außenminister Johann Wadephul teilte auf X mit, seine Gedanken und Gebete seien bei „unseren Freunden in Indien und allen, die derzeit auf ihre Angehörigen hoffen“. Der britische Premierminister Keir Starmer schrieb, die Szenen seien „erschütternd“. Auch der britische König Charles III. ließ sich über die aktuelle Entwicklung informiert. „Meine Frau und ich sind zutiefst schockiert über die furchtbaren Ereignisse in Ahmedabad heute Morgen“, hieß es in einer Nachricht, die der Palast auf den Plattformen X und Instagram veröffentlichte.

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Die Ursache für den Absturz muss nun ermittelt werden. Seitens der Airlinge gibt es bislang nur vage Auskünfte. Die Nachrichtenagentur PA zitierte Natarajan Chandrasekaran von Air India, der von einem „tragischen Unfall“ sprach. Das Hauptaugenmerk liege auf der Unterstützung aller betroffenen Menschen und Familien.
Erster schwerer Unfall mit einer Boeing 787-8
Bei dem abgestürzten Flugzeug handelt es sich um eine elf Jahre alte Boeing 787-8 Dreamliner – eines der modernsten Langstreckenflugzeuge im Einsatz. Nach Angaben von „Reuters“ unter Berufung auf Graham Braithwaite, Luftfahrtexperte an der britischen Cranfield University, ist dies der erste größere Unfall mit diesem Modell.
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Die Sicherheitsbilanz der 787 gilt bislang als sehr gut, tödliche Unfälle gab es bislang nicht. „Obwohl der Start eine kritische Phase des Fluges ist, sind Unglücke mit modernen Maschinen wie der Boeing 787 äußerst selten“, so Braithwaite gegenüber der Nachrichtenagentur.
Mit dpa und afp









