CO₂-Ausstoß, Komfort, Flugangst – abgesehen von der Zeitersparnis gibt es viele Gründe, die Bahn dem Flugzeug vorzuziehen. Der Haken: Wer mit dem Zug in die Ferne reisen will, muss dafür in der Regel außerordentlich viel Zeit einplanen und Geduld mitbringen.

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Doch es tut sich etwas auf den Schienen Europas. Das Reiseangebot wird immer weiter ausgebaut. Auch die Deutsche Bahn will sich diesen Trend nicht entgehen lassen. Ab den frühen 2030er-Jahren soll gemeinsam mit der Bahngesellschaft Eurostar eine Direktverbindung von Frankfurt nach London eingerichtet werden. Die Fahrzeit: vergleichsweise läppische fünf Stunden statt bisher bis zu rund acht Stunden mit einem Umstieg in Brüssel. Klingt erstmal super, oder?

Deutsche Bahn: Verspätungen könnten Plan zunichtemachen

Das wäre es auch, würde man als leidgeplagter Nutzer der Deutschen Bahn nicht um die Probleme wissen, die eine Zugfahrt hierzulande mit sich bringen kann. Das Störungsmeldungen-Bingo mit Optionen wie „verspätetes Personal aus vorheriger Fahrt“, „Signalstörung“, „Reparatur an der Oberleitung“ oder „Defektes Stellwerk“ ist mittlerweile jedem bekannt, der sich regelmäßig auf die Bahn verlassen muss. Von geschlossenen Bordrestaurants ganz zu schweigen.

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Den unzuverlässigen „Fahrplan“ kann man getrost als Richtwert statt als verbindliche Zeitplanung sehen. Selbst wenn die Züge von Eurostar betrieben werden und nicht von der Bahn, droht auf dem teils maroden Streckennetz doch die ein oder andere negative Überraschung. Das könnte dem ohnehin schon angeknacksten Image der Deutschen Bahn auch international den letzten Todesstoß verpassen.

Ferdinand Heimbach / Funke Mediengruppe
Ferdinand Heimbach ist Redakteur im Ressort Leben der FUNKE Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Bleibt zu hoffen, dass die Jahre bis zum Start der Verbindung tatsächlich für Investitionen in Schienennetz und reibungslose Abläufe genutzt werden – sonst endet die gute Idee nicht in London, sondern im ganz normalen deutschen Bahnchaos. Man ist geneigt zu sagen: Wir sind es ja nicht anders gewohnt.