Gute 30 Kilometer liegen zwischen dem Gebiet des Supervulkans in den „Phlegräischen Feldern“ bei Neapel und Pompeji, der antiken römischen Stadt in Kampanien, die im Jahr 79 nach Christus vom Vesuv verschüttet wurde. Und trotzdem hat der archäologische Park von Pompeji am Donnerstag die Folgen einer Erschütterung der Stärke 3.2 zu spüren bekommen, die ihr Epizentrum im Raum der „Phlegräischen Feldern“ hatte.
In der „Insula Meridionalis“, im südlichen Teil Pompejis, kam es zum Einsturz einer Mauer und eines Teils eines Gewölbes in Pompeji. Immerhin: In dem beschädigten, archäologisch höchst interessantem Bauwerk befanden sich keine Fresken und es wurde auch niemand verletzt. Gabriel Zuchtriegel, deutscher Direktor der Ausgrabungsstätte, erklärte, dass jetzt geprüft werden, ob weitere Bereiche betroffen seien.
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Pompeji: Droht der Supervulkan weitere Bereiche zu zerstören?
Gleichzeitig hat der archäologische Park eine umfassende Inspektion des gesamten Gebiets von Pompeji eingeleitet. Daran wirkt auch ein externes Expertenteam mit, das seit kurzem mit der regelmäßigen Überwachung der 13.000 Räume der antiken Stadt betraut ist. Dafür wurde eine eigene digitale Plattform eingerichtet. Die Überwachungsdaten dienen der Planung von Instandhaltungsmaßnahmen, die für die Erhaltung der Bauwerke unerlässlich sind.
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Für die Bewertung der Erdbebenschäden und eventueller weiterer Risiken arbeitet der archäologische Park auch mit dem italienischen Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) zusammen.

Supervulkan: „Pompeji ist eine empfindliche Stätte“
„Pompeji ist eine empfindliche Stätte. Wir arbeiten an einer umfassenden Kontrolle des gesamten Gebiets, um eventuelle Schäden nach der Erschütterung zu überprüfen“, hieß es in einem Schreiben der Leitung des Parks. Die Ausgrabung war bereits bei einem schweren Erdbeben im Jahr 1980 in Süditalien beschädigt worden.
| Name | Campi Flegrei (Phlegräische Felder) |
| Lage | Westlich von Neapel, Italien |
| Typ | Supervulkanische Caldera |
| Bedeutende Eruptionen | Campanian Ignimbrite (vor 39.000 Jahren), Neapolitan Yellow Tuff (vor 15.000 Jahren) |
| Größe | 13 km breit |
| Historische Bedeutung | Zwei massive Eruptionen führten zum Kollaps der Caldera |
Die antike Stadt lag am Fuß des Vulkans Vesuv. Bei Ausbrüchen im Jahr 79 nach Christus hatten Asche, Schlamm und Lava die Siedlungen unter sich begraben und die Stadt teilweise konserviert. Im 18. Jahrhundert wurde Pompeji wiederentdeckt. Die Ausgrabungsstätte, die immer wieder sensationelle Funde zutage bringt, gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Italien.

Phlegräische Felder geben immer wieder Grund zur Besorgnis
Das Gebiet der Phlegräischen Felder kommt nicht zur Ruhe. In den vergangenen Monaten kam es in dem Gebiet um den Supervulkan vermehrt zu stärkeren Erdstößen. Vulkanologen beobachten diese Entwicklung mit Sorge. Im März wurde eine Erschütterung der Stärke 4,4 und fünf weitere Nachbeben gemeldet, die Panik auslösten. Die italienische Regierung will massiv in erdbebensichere Immobilien investieren. Bis 2029 werden dafür 600 Millionen Euro lockergemacht. So soll etwa Wohnungseigentümern geholfen werden, ihre Häuser an anti-seismische Standards anzupassen. Auch könnten Versicherungen gegen Erdbebenschäden bald verpflichtend werden.
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Kürzlich hatte der Stadtrat von Neapel einen Evakuierungsplan präsentiert. Dieser betrifft 481.000 Einwohner, die in der Hafenstadt Pozzuoli und in Neapel selbst leben. Gerade wegen des Supervulkans ist Pozzuoli zuletzt für viele Ausländer zur touristischen Attraktion geworden.


