Auch Tage nach dem Eurovision Song Contest (ESC) sorgt der Auftritt Israels noch für Kontroversen. Genauer gesagt: die Punktevergabe im Hinblick auf den israelischen Act, Sängerin Yuval Raphael. Denn ungeachtet der im Vorfeld heftigen Kritik an der israelischen Teilnahme – und der mindestens ebenso vehementen Gegenkritik – schien dem Publikum der Beitrag sehr gefallen zu haben.

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Nach Angaben der Europäische Rundfunkunion (EBU) in Genf landete Raphael beim Publikumsvoting mit großem Abstand auf Platz eins. Insgesamt erhielt die Israelin 297 Punkte. Wer so abräumt, gewinnt den ESC – müsste man meinen. Allerdings sorgte das schlechte Jury-Voting dafür, dass die israelische Sängerin insgesamt nur auf Platz zwei landete. Die Fachjury vergab 60 Punkte an Israel, das im Jury-Voting damit auf Platz 15 landete – noch hinter Deutschland (Platz 13).
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ESC-Sieger JJ aus Österreich erhielt 258 Punkte von den Jurys und 178 Punkte vom Publikum. Nun stellt sich für viele die Frage: Woher kommt die Diskrepanz zwischen Jury-Voting und Publikumsabstimmung? Auf der Plattform X behaupten einige Nutzer, Israel hätte sich organisiert und im Ausland Abstimmungs-Gruppen gebildet. Auch der ehemalige Direktor der EBU Ignasi Guardans behauptete im spanischen Fernsehen, es hätte eine politische Aktivierung, um wählen zu gehen, gegeben. Dies sei sogar von Botschaften gesteuert gewesen – Beweise legte Guardans dafür allerdings nicht vor.
Umgekehrt werfen einige Befürworter des israelischen Beitrags der Jury Antisemitismus vor – oder zumindest Ressentiments und eine Benachteiligung gegenüber Israel. Die Debatte hat nun auch die EBU auf den Plan gerufen. Der Veranstalter schließt zumindest Fehler in der Abgabe oder Auswertung der Stimmen aus.
ESC Publikums-Voting: „Alles wird geprüft“
„Wir können bestätigen, dass wir seit dem großen Finale am Samstag mit mehreren Sendern in Bezug auf die Stimmabgabe im Wettbewerb in Kontakt gestanden haben“, teilte der ESC-Direktor Martin Green auf Anfrage mit. Man nehme ihre Bedenken ernst. Er werde im Hinblick auf die 70. Ausgabe nächstes Jahr in Österreich eine umfassende Diskussion geben.
Das Abstimmungsverfahren für den Eurovision Song Contest sei „das fortschrittlichste der Welt“. Alles werde geprüft und verifiziert, „um verdächtige oder unregelmäßige Abstimmungsmuster auszuschließen“, teilte Green weiter mit. Das Unternehmen Once habe die Gültigkeit der Stimmen bestätigt.
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Unter anderem will zudem der staatliche spanische TV-Sender RTVE nach eigenen Angaben eine Überprüfung des Zuschauervotings beantragen. Der belgische öffentlich-rechtliche Sender VRT stellte seine künftige ESC-Teilnahme infrage. Es lägen zwar keine Hinweise darauf vor, dass die Stimmenauszählung nicht korrekt durchgeführt wurde, so VRT. Aber die Frage sei, „ob das derzeitige Abstimmungssystem ein faires Abbild der Meinungen der Zuschauer und Zuhörer garantiert“.
lro mit dpa






