Zusammenfassung

  • Leo XIV., bürgerlich Robert Francis Prevos, wurde zum neuen Papst gewählt und führt die katholische Kirche mit einem traditionsreichen Namenswechsel
  • Die Wahl des Papstnamens ist ein symbolischer Akt, der oft den Fokus der Amtszeit des Pontifex hervorhebt
  • Leo XIV. könnte sich in seiner Amtszeit auf soziale Themen konzentrieren, inspiriert von seinem Namensvorgänger Leo XIII., der die katholische Soziallehre prägte

Ein neuer Papst ist gewählt. Leo XIV., bürgerlich Robert Francis Prevos, besteigt den Heiligen Stuhl und führt künftig die katholische Kirche. Mit Amtsantritt hat er traditionsgemäß auch einen neuen Namen angenommen. Seit über 1000 Jahren sucht der neue Papst sich nach seiner Wahl einen neuen Namen aus. Der Erste, der seinen Namen wechselte, war Papst Johannes II. (533-535), der eigentlich Mercurio hieß. Da dieser Name an den heidnischen Gott Merkur angelehnt war, entschied er sich für einen Namenswechsel.

Neuer Papst Papst Leo XIV.
Papst Leo XIV. hat einen Namen mit einer langen und bedeutungsreichen Tradition angenommen.© Alessandra Tarantino/AP/dpa | Alessandra Tarantino

Der Namenswechsel des Papstes hat eine lange Tradition

In der Folge geschahen Namenswechsel immer wieder, Johannes XIV. (983-984) etwa hieß eigentlich Petrus von Pavia und wollte eine Namensdopplung mit dem Apostel Petrus, dem Jünger Jesu und ersten Papst, vermeiden. Zur festen Regel wurde der Namenswechsel dann mit Sergius IV. (1009-1012). Seit ihm haben fast alle Päpste ihren Geburtsnamen abgelegt, nur drei Ausnahmen gibt es, alle im 16. Jahrhundert: Julius II. (1503-1513), Hadrian VI. (1522-1523) und Marcellus II. (1555) behielten ihren Vornamen.

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Die Wahl des Papstnamens ist dabei meist auch ein Zeichen, mit der der neue Pontifex den Fokus seiner Amtszeit hervorheben will. Der im April verstorbene Papst Franziskus (2013-2025) wählte seinen Namen etwa in Anlehnung an den Heiligen Franz von Assisi und betonte: „Er ist für mich der Mann der Armut, der Mann des Friedens, der Mann, der die Schöpfung liebt und bewahrt.“ Sein Vorgänger Benedikt XVI. (2005-2013) wählte seinen Namen, weil er „geistig an den ehrwürdigen Papst Benedikt XV. anknüpfen wollte, der die Kirche in der stürmischen Zeit des Ersten Weltkriegs geleitet hat“. Auch Doppelnamen sind grundsätzlich möglich, Johannes Paul I. (1978) nutzte diese Option als erster und spielte damit auf seine beiden Vorgänger Johannes XXIII. (1958-1963) und Paul VI. (1963-1978) an.

Leo XIV.: Diese Päpste trugen schon seinen Namen.

Der Name des neuen Pontifex wurde zuletzt von Papst Leo XIII. (1878-1903) getragen. Der Italiener galt als sehr politischer Papst und verfasste die erste Sozialenzyklika, in der er als Vertreter der katholischen Kirche Stellung zu den sozialen Fragen dieser Zeit nahm und damit die Grundlage für die katholische Soziallehre legte. Möglich also, dass Leo XIV. sich in seiner Amtszeit ebenfalls vor allem um soziale Themen kümmern will. Angesichts des Alters, Leo XIV. ist erst 69, könnte er sich auch in der Länge seiner Regentschaft seinem Namensvorgänger annähern. Leo XIII. war 25 Jahre und fünf Monate im Amt, nur zwei Päpste besetzten den Heiligen Stuhl länger.

Erster Auftritt von Leo XIV.: Die schönsten Bilder aus dem Vatikan

Er ist der neue Papst: Leo XIV. Bisher trug er den Namen Robert Francis Prevost.
Er ist der neue Papst: Leo XIV. Bisher trug er den Namen Robert Francis Prevost.© AFP | GABRIEL BOUYS
Blick auf den vollen Petersplatz in Rom: Nachdem bekannt wurde, dass ein neuer Papst gewählt ist, strömten Zehntausende in den Vatikan.
Blick auf den vollen Petersplatz in Rom: Nachdem bekannt wurde, dass ein neuer Papst gewählt ist, strömten Zehntausende in den Vatikan.© AFP | Filippo Monteforte
Konklave zur Wahl des neuen Papstes
Zuvor war aus dem Schornstein auf der Sixtinischen Kapelle weißer Rauch aufgestiegen – das Zeichen dafür, dass die Wahl erfolgreich war.© Andrew Medichini/AP/dpa | Andrew Medichini
Konklave zur Wahl des neuen Papstes
Die Massen auf dem Petersplatz feierten den neuen Papst euphorisch – zunächst noch ohne zu wissen, wer er ist.© Andrew Medichini/AP/dpa | Andrew Medichini
Konklave zur Wahl des neuen Papstes
Dann verkündete Kardinal Dominique Mamberti die Wahl des neuen Papstes.© Andrew Medichini/AP/dpa | Andrew Medichini
Robert Francis Prevost
Er ist das neue Oberhaupt der katholischen Kirche: Robert Francis Prevost, hier auf einem Bild von der Trauerfeier für Papst Franziskus. Sein neuer Name: Papst Leo XIV.© Giuliani Alessia/CPP/KNA | Alessia Giuliani
Auf dem Balkon des Petersdom zeigt sich der neugewählte Papst Leo XIV. erstmals der Öffentlichkeit.
Auf dem Balkon des Petersdom zeigt sich der neugewählte Papst Leo XIV. erstmals der Öffentlichkeit.© AFP | ALBERTO PIZZOLI
ITALY - POPE FRANCIS  CELEBRATES THE MASS FOR THE JUBILEE OF THE ARMED FORCES AT ST PETER'S SQUARE IN THE   VATICAN - 2025/2/9
Ebenfalls ein älteres Bild: Kardinal Robert Francis Prevost, inzwischen zu Papst Leo XIV gewählt, mit seinem mittlerweile verstorbenen Vorgänger Papst Franziskus.© IMAGO/Catholicpressphoto | IMAGO/Vatican Media
First day of Conclave to elect a new Pope
Viele der Anwesenden reagierten fröhlich auf die Nachricht, dass es einen neuen Papst gibt.© REUTERS | KEVIN COOMBS
Sie gehört zum Vatikan und war auch während der ersten Rede des neuen Papstes auf dem Petersplatz vertreten: die Schweizer Garde.
Sie gehört zum Vatikan und war auch während der ersten Rede des neuen Papstes auf dem Petersplatz vertreten: die Schweizer Garde.© AFP | Stefano Rellandini
Vatican Holds Conclave To Elect New Pope
Selbst auf den Dächern versammelten sich Menschen, um den ersten Auftritt des neuen Papstes zu sehen.© Getty Images | Antonio Masiello
Konklave zur Wahl des neuen Papstes
Auf dem Petersplatz herrscht nach der Wahl von Papst Leo XIV. ausgelassene Stimmung.© Emilio Morenatti/AP/dpa | Emilio Morenatti
Neuer Papst Leo XIV.
Unter den Schaulustigen sind auch viele Nonnen und Mönche.© Francisco Seco/AP/dpa | Francisco Seco
Neuer Papst Leo XIV.
Für sie ist die Wahl eines neuen Papstes ein ganz besonderes Ereignis.© Francisco Seco/AP/dpa | Francisco Seco

Papst Leo I. (440-461), auch Leo der Große genannt, war ebenfalls ein wichtiger und lange amtierender Pontifex. Er verteidigte die Lehren der katholischen Kirche und wurde heiliggesprochen. 1754 erhob man ihm zum Kirchenlehrer, eine seltene Ehrung, die nur Theologen und Heilige erhalten, die einen prägenden Einfluss auf die Theologie der christlichen Kirche hatten. Weitere relevante Namensvorgänger waren etwa Leo III. (795-816), der Karl den Großen zum Kaiser krönte und Leo X. (1513–1521), der Martin Luther exkommunizierte.