Auch wenn es nicht die primäre Aufgabe eines Papstes ist, sich um seinen fahrbaren Untersatz zu kümmern, so war Franziskus doch eine gewisse Auto-Nähe nachzusagen. Ganz allgemein darf sich das katholische Oberhaupt glücklich schätzen, mit einem nach ihm benannten „Papamobil“ durch die Menschenmenge kutschiert zu werden. Vorgänger Papst Benedikt entschied sich noch für einen „Stern“ aus Stuttgart. Auch Franziskus hatte zeitweise einen Mercedes – sogar als E-Mobil. Seine sterblichen Überreste wurden dann auf der Ladefläche eines US-amerikanischen Dodge-Trucks in die Basilika Santa Maria Maggiore gebracht.

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Doch ob teure Wertarbeit aus Schwaben – oder robuste Brachialtechnik aus den USA: So ganz standen die strahlend-weißen Gefährte dem verstorbenen Pontifex nicht zu Gesicht. Bescheidenheit wollte der verstorbene Pontifex immer symbolisieren. Und so schenkte ein Pfarrer aus Verona dem frisch gewählten Papst 2013 einen Renault R4. 300.000 Kilometer hatte das französische Auto „der kleinen Leute“ damals auf dem Tacho. Der weiße Lack ist ausgeblichen, das Blechkleid mit Beulen übersät. Genau das richtige also für einen Papst, der sich den Armen und Schwachen hinwenden wollte. Einziger Wermutstropfen: Ein Papst darf das dünnbeblechte 34-PS Gefährt nicht selbst bewegen.

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Es blieb bei einem Pressefoto. Hinter dem Renault-Lenkrad wurde der Pontifex nie abgelichtet. Stattdessen stand er weltweit hinter den kugelsicheren Scheiben seiner Papamobile. So geschehen etwa 2014 bei einem Besuch in Bethlehem, bei dem Franziskus auf der Ladefläche eines Mitsubishis die Menge begrüßte. Seither steht das Gefährt aus Japan ungenutzt herum, staubte ein – setzte Rost an.

Papst Franziskus fährt R4
Ein Auto der Bescheidenheit? Kurz nach seinem Antritt 2013 bekam Franziskus einen Renault R4 geschenkt. Fahren durfte er ihn nicht.© picture alliance / dpa | Osservatore Romano Press Office

Nach Franziskus Tod findet es allerdings eine Verwendung, die dem bescheidenen Papst sicher gefreut hätte. „Dieses Fahrzeug steht für die Liebe, Fürsorge und Nähe, die seine Heiligkeit während der gesamten Krise für die Verletzlichsten gezeigt hat“, sagte der Geschäftsführer von Caritas Jerusalem, Anton Asfar. Alsdann soll das Fahrzeug als mobile Kinderklinik im Gazastreifen eingesetzt werden.

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„Mit dem Fahrzeug wird es möglich sein, Kinder zu erreichen, die heute keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung haben, die verletzt und unterernährt sind“, erklärte am Montag der Geschäftsführer von Caritas Schweden, Peter Brune. Er sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass der schwedische Kardinal Anders Arborelius den Papst vor dessen Tod gebeten hatte, das Fahrzeug zur Verfügung zu stellen, um grundlegende Gesundheitsversorgung für palästinensische Kinder bereitzustellen.

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Nun wurde das Papamobil repariert, umgebaut und an die Caritas in Jerusalem übergeben. Sobald der Zugang humanitärer Hilfe in den Gazastreifen wieder geöffnet wird, soll das Fahrzeug nach Gaza gebracht werden. Israel blockiert den Zugang humanitärer Hilfe in das Gebiet seit dem 2. März. Angesichts der ausbleibenden Hilfslieferungen hatten Nichtregierungsorganisationen wiederholt vor einer drohenden Hungerkatastrophe und Gesundheitskrise im Gazastreifen gewarnt. Israel plant zudem offenbar eine „Eroberung“ des Gazastreifens. Einen entsprechenden Plan verabschiedete das Sicherheitskabinett nach Angaben aus Regierungskreisen in der Nacht zum Montag. 

mit afp