Das antike Pompeji ist eine Schatzgrube, die bei Archäologen auch heute noch für Überraschungen sorgt. Weil die antike Stadt 79 n. Chr. in einem Vulkanausbruch des Vesuvs konserviert wurde, ist sie das wichtigste Fenster in die römische Antike. Hier entdeckten Forscher im vergangenen Jahr zwei fast lebensgroße Statuen, die mit faszinierenden Details verziert sind.

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Bei den in einer Nekropole gefundenen Skulpturen handelt es sich um einen Mann und eine Frau, die wohl einen hohen gesellschaftlichen Status in der römischen Gesellschaft innehatten. Die Frau ist verschleiert und trägt einen weiten Umhang über einer Tunika, während der Mann eine Toga über der linken Schulter trägt.
Archäologen der Universität Valencia hatten die Statuen in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Park Pompeji bei der Ausgrabung einer riesigen Gruft freigelegt. In der Gruft sind mehrere Grabnischen eingelassen, über die das steinerne Paar zu wachen scheint. Doch wer wurde hier so kunstvoll abgebildet?
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Statue aus Pompeji könnte Priesterin sein
Wie der „Guardian“ berichtet sind sich Experten nicht sicher, ob es sich bei den Statuen um ein Ehepaar der späten römischen Republik handelt. „Da sie tatsächlich wie eine sehr wichtige Frau der lokalen Elite aussieht, gibt es auch die Vermutung, dass sie eine Priesterin der Ceres gewesen sein könnte“, zitiert die Zeitung Gabriel Zuchtriegel, den Direktor des Archäologischen Parks Pompeji.
So halte sie vielleicht Lorbeerblätter in der Hand, die zur Reinigung und Segnung religiöser Räume dienten. Laut Zuchtriegel stellten solche Grabskulpturen nicht immer Paare dar. „Manchmal sind zwei Männer abgebildet, manchmal auch drei“, sagte er. „Dies könnte ihr Ehemann sein, aber auch ihr Sohn. Es gab keine Inschrift, daher wissen wir es nicht.“
Unter den Füßen der männlichen Statue fanden die Archäologen außerdem die erhaltene Wurzel eines alten Baumes, der wohl auf dem Grab wuchs. „Es war eine ziemliche Überraschung, sie dort, wenige Zentimeter unter der Erde, zu finden“, sagte Zuchtriegel.
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Statue ist mit Amulett zur Abwehr böser Mächte dargestellt
Die Forscher veröffentlichten den Fund in der Online-Fachzeitschrift des Archäologischen Parks. Darin nennen sie weitere Hinweise darauf, dass es sich bei der Frau um eine Priesterin der Ceres handelt, darunter eingravierter Schmuck wie Ohrringe, Ringe und Armbänder. Insbesondere die abgebildete Lunula, ein Halbmondanhänger, der in der Mitte einer Halskette hängt, sei ein wichtiger Anhaltspunkt.
Die Lunula war ein Amulett zur Abwehr böser Mächte und wurde von Frauen von der Geburt bis zur Heirat getragen. Das Symbol der Mondsichel hatte auch eine primitive und ursprüngliche Bedeutung, die mit der Fruchtbarkeit der Erde und den Mondzyklen zusammenhängt.
Die Priesterinnen der Ceres, die Vestalinnen und später die Priesterinnen des Kults der Ceres, spielten eine zentrale Rolle in der römischen Religion, insbesondere in der Pflege der Fruchtbarkeitsriten und der Getreideversorgung. Sie leiteten Zeremonien zu Ehren der Göttin Ceres, der Schutzherrin der Landwirtschaft, und nahmen an den geheimen Ritualen teil, um eine reiche Ernte zu sichern.
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Pompeji: Einzigartiges Fenster in die römische Antike
Während das Leben der meisten Frauen in der römischen Gesellschaft auf häusliche Aufgaben beschränkt wurde, hatte die Priesterin, eine wichtige Position im öffentlichen Leben, die höchste Position, die eine Frau anstreben konnte. Sie verlieh ihr eine ähnliche Macht wie männlichen Priestern.
Pompeji war eine blühende römische Stadt in der Region Kampanien, nahe dem heutigen Neapel, die im Jahr 79 n. Chr. durch den Ausbruch des Vesuvs zerstört wurde. Der plötzliche Vulkanausbruch bedeckte die Stadt unter einer dicken Schicht aus Asche und Bimsstein, wodurch Gebäude, Straßen und sogar die Körper der Bewohner nahezu perfekt konserviert wurden.





