Schockierende Details nach dem Tauchbootunglück in Ägypten: Am Donnerstag war ein U-Boot, das Touristen regelmäßig zu Fahrten in die Unterwasserwelt des Roten Meeres einlädt, aus bislang ungeklärten Gründen gesunken. Sechs Menschen sind bei der Katastrophe ums Leben gekommen. Nun melden sich mehrere frühere Teilnehmer solcher Touren zu Wort, die in demselben Boot gesessen haben wollen und sich dabei nicht sehr sicher gefühlt haben.

Auch interessant

U-Boot-Unglück in Ägypten: Schweizer Tourist bemängelt Sicherheitsvorkehrungen

So berichtet unter anderem ein Schweizer Tourist, Beat L., gegenüber dem Portal „20 Minuten“, dass er im vergangenen Dezember in der Sindbad mitgefahren sei. Das Unterwassergefährt habe von außen noch einen guten Eindruck gemacht. Doch: „Im Inneren war vieles schlecht verbaut, die Schalter sahen sehr selfmade aus, alles wirkte irgendwie zusammengewürfelt.“

Das Urlaubsschiff „Sindbad“ im Meer.
Ein Taucher steht auf der „Sindbad“, die an der Wasseroberfläche des Roten Meeres schwimmt. Das Schiff, das Touren für Touristen anbot, sank am Donnerstag aus bislang unbekannten Gründen: sechs Menschen starben.© PR | Sindbad Submarines

Erst nach der Tour durch das Rote Meer, auf der auch viele Familien mit Kindern anwesend waren, seien ihm dann einige Dinge aufgefallen. So habe es auf vor der Abfahrt keine Sicherheitsanweisungen gegeben und Schwimmwesten seien auch nicht verteilt worden. Die Touristen hätten nur ihre Plätze zugewiesen bekommen. „In der Schweiz würde so ein Boot niemals durch irgendeine Kontrolle gehen“, sagte L. und fügte hinzu: „Trotzdem geht man ja davon aus, dass die Leute wissen, was sie tun.“

Auch interessant

Jedoch sei dem 38-Jährigen das Vorgehen der Crew etwas seltsam vorgekommen. Um das Schiff auf eine Tiefe von 25 Metern zu bringen, habe man das „Boot einfach absinken“ lassen, „bis es auf dem Boden aufprallte“. Um die Insassen im Innenraum zu schützen, habe es einen außen am Boot angebrachten Stahlrahmen gegeben.

Lesen Sie auch

Hurghada: Britische Urlauber berichten von ihren Trip auf der „Sindbad“

Gegenüber der BBC berichtete auch Benjamin G. von eigenartigen Praktiken der Tauchbootbetreiber. Als der Tourist aus Großbritannien im Februar dieses Jahres mit seiner Lebensgefährtin und 13-jährigen Tochter mit der „Sindbad“ mitfuhr, habe es mehrere Probleme gegeben und das Boot musste mindestens dreimal auftauchen. „Ungefähr auf der Hälfte der Tour sah es so aus, als würde ein Taucher einen Stein nehmen“, so G. Er schlug damit mutmaßlich auf etwas am Boden des Schiffes ein. „Das U-Boot blieb an einem Punkt eindeutig stehen und die Taucher draußen unternahmen etwas.“ Ein Video mit Sicherheitshinweisen habe es ebenfalls nicht gegeben.

Lesen Sie auch

Ein weiterer Brite, der erst vor Kurzem in dem Boot saß, erklärte jedoch: Das Schiff habe sich zu keinem Zeitpunkt „beengt oder überfüllt angefühlt“ und er selbst habe sich „nie unsicher gefühlt“, sagte James A. ebenfalls der BBC. Jeder Fahrgast bekomme vor dem Start der 40-minütigen Tour ein Sitzkissen und dann gebe es ein Video mit Sicherheitshinweisen in mehreren Sprachen. „Für die ersten 20 Minuten saß ich so, dass ich das Riff sehen konnte, das Schiff fuhr nie zu nah heran“, meinte A. und betonte, dass das U-Boot nie ganz auf eine Tiefe von 25 Metern ging.