Täglich erreichen uns zahlreiche Meldungen – sei es über Newsfeeds, Social Media oder Push-Benachrichtigungen. Sie halten uns informiert, fördern das Verständnis komplexer Zusammenhänge und ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe. Allerdings kann der unkritische und exzessive Konsum negativer Meldungen auch zu einer Überforderung führen. Wie lässt sich dem entgegenwirken?
Doomscrolling: Das steckt hinter dem Phänomen
Für das nach unten Wischen und immer mehr Inhalte konsumieren, gibt es einen Begriff: Doomscrolling. Dabei steht „Doom“ für Unheil und „scrolling“ für Blättern. Im Gespräch mit dem SWR erklärte der Psychotherapeut Fabian Chmielewski jüngst, wie Menschen, die sich durch negative Schlagzeilen stark belastet fühlen, ihren Nachrichtenkonsum optimieren können.
Der Experte rät den Betroffenen, ihre Push-Benachrichtigungen zu deaktivieren. So könnten Nutzer selbst entscheiden, wann sie auf Neuigkeiten zugreifen, und mehr Kontrolle über ihre Handynutzung erhalten – eine hilfreiche Möglichkeit, um sich gelegentlich von einer ständigen Informationsflut zu entlasten.
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Algorithmen und Krisenzeiten: Welche Rolle spielen sie?
Wie der Psychotherapeut gegenüber dem Sender erklärt, verstärken insbesondere Krisenzeiten das Bedürfnis der Menschen, immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Gleichzeitig spielten Algorithmen sozialer Medien eine entscheidende Rolle: Sie passen die Inhalte immer stärker an die individuellen Interessen der Nutzer an, sodass vor allem jene Beiträge angezeigt werden, die ihre Aufmerksamkeit fesseln – und dadurch den Nachrichtenkonsum weiter anregen.

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Chmielewski warnt: Der übermäßige Konsum negativer Nachrichten könne in extremen Fällen nicht nur das körperliche Wohlbefinden beeinträchtigen, sondern auch Angstzustände und Depressionen begünstigen. Laut dem Experten bestehe zudem die Gefahr, dass Betroffene eine menschenfeindliche Haltung entwickeln. Die ständige Konfrontation mit schlechten Nachrichten könne das Gefühl verstärken, dass alles verloren sei und es keine Handlungsmöglichkeiten mehr gebe.
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Was können Doomscrolling-Betroffene tun? Praktische Tipps
Ein bewusster Umgang mit Nachrichten ist deshalb entscheidend, um informiert zu bleiben, ohne sich dabei selbst zu belasten. Um wieder mehr Kontrolle über den eigenen Nachrichtenkonsum zu gewinnen, können sich Menschen zeitliche Limits für die Nutzung bestimmter Apps oder Webseiten festlegen, empfiehlt die Barmer Krankenversicherung online. Zudem könne es hilfreich sein, auf technische Geräte im Schlafzimmer zu verzichten, um dem abendlichen Zu-Bett-geh-Scrollen vorzubeugen – oft sorgen negative Meldungen für einen unruhigen Schlaf.
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Fühlt man sich vom Doomscrolling stark belastet, kann eine „digitale Fastenkur“ helfen – sei es ein Wochenende ohne Internet oder eine Woche ohne Social Media. Wer eine Auszeit von negativen Schlagzeilen braucht, ohne auf sein Handy zu verzichten, kann alternativ auch gezielt nach positiven oder humorvollen Inhalten suchen – viele Newsportale bieten dafür spezielle Rubriken an. Wer bewusst mit Nachrichtenquellen umgeht und regelmäßig digitale Pausen einlegt, schützt sich vor der Flut negativer Meldungen und bleibt dennoch gut informiert.












