Dänemark ist Schweineland. Laut der Handelsdaten-Plattform OEC exportierte kein anderes Land der Welt im Jahr 2023 mehr lebende Schweine – rund 6,4 Millionen Ferkel gingen nach Deutschland. Dabei geraten immer wieder die schlechten Haltebedingungen der Millionen Schweine in den Fokus. Ein chilenisch-dänischer Künstler wählte nun einen kontroversen Weg, um Kritik an der Fleischindustrie zu üben.

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In einer Kunstausstellung in Kopenhagen kettete Marco Evaristti drei Ferkel an metallene Einkaufswagen. Hinter den Ferkeln hing er Gemälde der dänischen Flagge und von geschlachteten Schweinen auf. Im Rahmen der Ausstellung mit dem Titel „And Now You Care?“ („Und jetzt kümmert es dich?“) wollte Evaristti die kleinen Schweine verhungern lassen – vor den Augen der Ausstellungsbesucher.
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Künstler will Ferkel verhungern lassen – wegen Protest fürs Tierwohl
Er wolle damit die dänische Gesellschaft auf die Misshandlung von Schweinen aufmerksam machen, schrieb er laut der Nachrichtenagentur „AP“ auf Instagram zu der Aktion. Der Fleischkonsum müsse drastisch gesenkt werden und Landwirtschaft gefördert werden, die das Tierwohl im Blick habe.

„Als Künstler habe ich eine Stimme, um über das Thema zu sprechen“, zitiert die „New York Times“ den 62-jährigen Evaristti. „Also werde ich meine Gedanken darüber teilen, was ich über die Behandlung der Tiere in Dänemark denke.“ Die Ausstellung öffnete am vergangenen Freitag passenderweise im ehemaligem Lagerhaus einer Fleischerei.
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Tierschutzorganisation wird mit Verschwinden der Ferkel in Verbindung gebracht
Fünf Tage veranschlagte Evaristti für den Hungertod der Ferkel, die außer Wasser keinerlei Nahrung bekommen sollten. Er selbst werde für die Dauer der Ausstellung ebenfalls weder trinken noch essen, beteuerte Evaristti laut der „NYT“. Doch es sollte anders kommen.
Als am Samstagmorgen die Ausstellungsräumlichkeiten gereinigt werden sollten, besuchten Mitglieder einer dänischen Tierschutzorganisation im Einvernehmen mit dem Künstler die drei Ferkel. Kurz danach waren die Schweine weg – gestohlen. Die Reinigungskräfte bemerkten den Diebstahl erst wenig später.
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Lebende Tiere in Kunstausstellungen
Was womöglich zu einem guten Ende für die Tiere geführt hat, könnte strafrechtliche Konsequenzen für die Diebe haben. Die dänische Polizei wurde bereits über den Diebstahl informiert. Der dänischen Zeitung „B.T.“ zufolge wurde umgekehrt Evaristti von der dänischen Tierschutzorganisation Anima wegen Tierquälerei angezeigt.
Klar ist: Die Ausstellung sorgte für teils heftige Reaktionen. Nach eigenen Aussagen haben Evaristti und seine Familie auch mehrere Todesdrohungen erhalten. Und es ist nicht das erste Mal, dass der Umgang des Künstlers mit Tieren in die Kritik gerät. Evaristti wurde unter anderem durch eine frühere Aktion bekannt, die der Ferkel-Affäre ähnelt. In einer Ausstellung stellte Evaristti zehn Mixer mit jeweils einem lebenden Goldfisch auf und überließ es den Besuchern, ob sie den Mixer einschalten und so die Tiere töten. Zwei der Goldfische starben auf diese Weise.





