Wissenschaftler konnten bei Mäusen ein faszinierendes Verhalten beobachten: Wenn sie eine andere Maus bewusstlos vorfinden, versuchen manche Mäuse scheinbar, ihren Begleiter wiederzubeleben. Dabei berühren sie ihn, beißen ihn und ziehen ihm sogar die Zunge zur Seite, um die Atemwege freizumachen.

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Die Ergebnisse einer in der Fachzeitschrift „Science“ veröffentlichten Studie deuten darauf hin, dass die kleinen Tiere viel fürsorglicher sind als bisher angenommen. Und auch die menschliche Neigung, anderen in Not zu helfen, könnte tief in unserem Säugetiererbe verwurzelt sein, heißt es in der Untersuchung.
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Mäuse kümmern sich um bewusstlose Artgenossen
Forscher der University of Southern California berichten, dass Mäuse mehr Zeit damit verbrachten, einen Käfiggenossen zu beschnüffeln und zu pflegen, wenn die Maus unter Drogeneinfluss bewusstlos wurde. Je weniger das berauschte Tier reagierte, auf desto aggressivere Erste-Hilfe-Taktiken griffen die Umstehenden zurück.
„Sie beginnen mit dem Schnüffeln, dann mit der Fellpflege und dann mit einer sehr intensiven oder körperlichen Interaktion“, sagte der Co-Autor der Studie, Li Zhang, gegenüber New Scientist.
In einem anderen Test platzierten die Forscher vorsichtig einen ungiftigen Plastikball in den Mund der bewusstlosen Maus. In 80 Prozent der Fälle konnten die helfenden Mäuse, den Gegenstand erfolgreich entfernen. Wenn sich die bewusstlose Maus wieder langsam erholte, gingen die Helfer wieder zum normalen Verhalten über.
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Verhalten in kleinen Säugetieren relativ unbekannt
Die Forscher beobachteten auch die verstärkte Aktivität in einem Teil des Gehirns, der für empathisches Verhalten verantwortlich ist. Zusammen mit der Steigerung der Hormonsignale schien dies für die Einleitung der Notfall-Maßnahmen von entscheidender Bedeutung zu sein.
„Diese Ergebnisse ergänzen den Beweis dafür, dass der Impuls, anderen in extremen Notzuständen zu helfen, von vielen Arten geteilt wird, und verdeutlichen neuronale Mechanismen, die instinktive Rettung vorantreiben“, schreiben die Neurowissenschaftler William Sheeran and Zoe Donaldson in einem begleitenden Artikel für „Science“.
Es gibt seltene Berichte über große, soziale Säugetiere, die versuchen, handlungsunfähigen Artgenossen zu helfen, etwa wilde Schimpansen, die verwundete Artgenossen berühren und lecken, Delfine, die versuchen, einen verzweifelten Artgenossen an die Oberfläche zu drücken, damit er atmen kann, und Elefanten, die kranken Verwandten Hilfe leisten.
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