- Drei Kinder verschwanden vor 59 Jahren spurlos
- Die Ermittlungen verliefen im Sande
- Ein Zufall brachte die Beamten auf eine neue Spur. Jetzt muss es schnell gehen
Die Geschichte der Beaumont-Kinder ist eine derjenigen, die wie ein Damoklesschwert über einem Land hängt. Das Schicksal der drei Geschwister, die während eines Ausflugs an einen Strand in Adelaide 1966 spurlos verschwanden, beschäftigt die Menschen in Australien bis heute. Die tragische Geschichte hat den Lebensstil australischer Familien wie kaum ein anderer Vorfall verändert. Während Kinder zuvor häufig alleine loszogen und draußen spielten, wurden die Menschen in den Folgejahren deutlich vorsichtiger und begannen, ihre Kinder mehr zu beaufsichtigen, auf dem Weg zur Schule zu begleiten und nicht mehr alleine draußen spielen zu lassen.

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Am Australia Day, dem Nationalfeiertag Australiens Ende Januar, gingen die neunjährige Jane, die siebenjährige Arnna und ihr vierjähriger Bruder Grant gemeinsam an den Strand in einem Vorort von Adelaide – so, wie sie es oft zuvor auch schon getan hatten. Doch am Abend kamen die drei Geschwister nicht wie gewohnt mit dem Bus nach Hause. Sie blieben verschwunden und trotz etlicher Aussagen von Zeugen, die die Kinder mit einem blonden, gebräunten Mann mit dünnem Gesicht und athletischer Figur am Strand gesehen haben wollen, wurde weder ein Täter noch die Kinder selbst je gefunden. Es ist einer der unaufgelösten Fälle, die die Polizei, aber auch den Rest des Landes, bis heute beschäftigt.
Mord? Reicher Unternehmer in Verdacht
Diese Woche ist nun eine erneute Suche nach dem vermissten Trio angelaufen – fast 60 Jahre nach ihrem Verschwinden. Ein Fabrikgelände, wo zuvor auch schon nach möglichen Überresten der Kinder gesucht worden war, wird erneut unter die Lupe genommen. Der einstige Besitzer des Geländes, der inzwischen verstorbene Harry Phipps, ist einer der Hauptverdächtigen in dem Fall. Verdachtsmomente gegen ihn hatten sich zuletzt noch einmal verhärtet, nachdem eine familiäre Bande bekannt wurde: So soll eines seiner Familienmitglieder angeblich mit den Kindern verwandt gewesen sein.
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Die erneute Ausgrabung ist privat finanziert. Der unabhängige Abgeordnete Frank Pangallo hat sie organisiert. Zuvor hatte ihm eine Person berichtet, dass Phipps demnach über ein paar Ecken mit den verschwundenen Beaumont-Kindern verwandt gewesen sei. Eine Nichte von Phipps habe demnach einen Cousin des Beaumont-Vaters geheiratet. Pangallo:. „Das war bisher nicht bekannt und es ist eine weitere Verbindung in diesem Fall, die zeigt, dass Herr Phipps die Beaumont-Kinder und die Familie gekannt haben könnte“, wie er der lokalen Tageszeitung „Adelaide Advertiser“ sagte.

Fahndung nach Beaumont-Kindern: Jetzt muss es schnell gehen
Der jetzige Zeitpunkt wurde zudem gewählt, nachdem das inzwischen staatliche Gelände demnächst verkauft und neue Industrie- oder Wohngebiete entstehen sollen. Die Personen, die am engsten mit dem Fall verbunden seien, glaubten, dass die Leichen der Kinder dort begraben wurden, sagte Pangallo. „Diese Suche wird die letzte Gelegenheit sein, das Gebiet zu durchsuchen.“ Erste Ausgrabungen auf dem Gelände waren veranlasst worden, nachdem zwei Brüder bei der Polizei ausgesagt hatten, dass sie damals ein Loch für den Fabrikbesitzer Phipps hätten graben müssen. Die ursprünglichen Ausgrabungen – 2013 und 2018 – hatten jedoch nur Tierknochen zutage gebracht. Dieses Mal wird nun nochmal tiefer und auch an neuen Stellen auf dem Gelände gegraben.
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Phipps ist seit langem der Hauptverdächtige im Zusammenhang mit dem Verschwinden und dem mutmaßlichen Mord der Kinder. Kurz nach seinem Tod im Jahr 2004 wurde sein Sohn Haydn (der inzwischen ebenfalls verstorben ist) befragt. Dieser gab zu, dass er zum Zeitpunkt des Verschwindens der Geschwister drei Kinder im Haus der Familie gesehen hatte. Er sagte der Polizei zudem, dass er selbst als Kind ebenfalls von seinem Vater gewaltsam misshandelt worden sei.
Trotz hoher Belohnung: Möglicher Mord bis heute nicht aufgeklärt
Trotz dieser Verdachtsmomente ist Phipps nicht der Einzige, der über die Jahre als möglicher Täter in Erwägung gezogen wurde. Unter den Verdächtigen sind auch mehrere bekannte Kindermörder, darunter Bevan Spencer, der den 15-jährigen Sohn eines Nachrichtensprechers ermordet hat, sowie Arthur Stanley Brown, der zwei junge Schwestern in Townsville tötete. Auf beide hätte die Beschreibung des blonden, dünngesichtigen Mannes gepasst.
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Außerdem könnte der Fall der Beaumont-Kinder mit einem weiteren Verbrechen in Verbindung stehen: So verschwanden 1973 zwei weitere Kinder während eines Fußballspieles in Adelaide. Die elfjährige Joanne Ratcliffe und die vierjährige Kirste Gordon wollten nur schnell zur Toilette gehen. Auch ihr Verschwinden wurde nie aufgeklärt.
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Selbst mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Verschwinden der Kinder erhält die Polizei immer noch Hinweise, denen nach wie vor nachgegangen wird. Doch selbst eine Belohnung über eine Million Australische Dollar – umgerechnet rund 607.000 Euro – konnte bisher nicht zur Aufklärung des Falles oder einer Festnahme führen.









