• Die Fälle Pelicot und P. Diddy haben die Welt schockiert
  • Beiden werden schreckliche Taten vorgeworfen
  • Ein Psychiater erklärt die Parallelen zwischen den Fällen

Es sind monströse Taten, über die derzeit die Welt spricht. Der Franzose Dominique Pelicot hat gestanden, dass er seine Ehefrau Gisèle betäubt von mindestens 50 fremden Männern vergewaltigen ließ. Ein Urteil gegen ihn steht kurz bevor. Auf der anderen Seite des Atlantiks sitzt der berühmte Rapper P. Diddy in Untersuchungshaft, weil ihm unzählige Frauen, Männer und Minderjährige sexuelle Gewalt und Missbrauch vorwerfen. Was haben beide Männer gemeinsam? Prof. Dr. Dieter Seifert, ärztlicher Direktor der forensischen Psychiatrie der Christophorus Klinik in Münster, spricht im Interview über Sexualstraftäter, ihre Behandlung und die Rückfallquote.

Was haben Männer ihre Erfahrung nach gemeinsam, die ihre Ehefrauen vergewaltigen?

Prof. Dieter Seifert: Das kann man nicht pauschal beantworten. Ein Großteil hat sicherlich eine Aggressionsproblematik und zugleich eine tendenziell despektierliche Meinung Frauen gegenüber. Oft weist diese Geringschätzung von Frauen auf ein gestörtes Verhältnis zum Elternhaus hin, in dem ähnliche Ansichten herrschten, also vorgelebt wurden.