Berliner Staatsoper

Frühkritik: Sonya Yoncheva bei La Traviata-Premiere bejubelt

Dieter Dorn erfindet in Berlin die Oper "La Traviata" nicht neu. Doch Sängerin Sonya Yoncheva bezaubert als sieche Kurtisane Violetta.

Abdellah Lasri und Sonya Yoncheva

Abdellah Lasri und Sonya Yoncheva

Foto: Staatsoper im Schillertheater/Bernd Uhlig

"Liebe und Tod“ sollte Guiseppe Verdis „La Traviata“ ursprünglich heißen. Am Samstagabend hatte das Werk nach dem Roman "Die Kameliendame" von Alexandre Dumas in der Berliner Staatsoper im Schillertheater Premiere.

Dieter Dorn inszeniert die Geschichte um die Edelprostituierte Violetta ohne Pause als Fiebertraum der Titelheldin. Das Theater erfindet der Regiealtmeister so natürlich nicht neu, aber der Fokus auf Violetta überzeugt durch kluge Psychologisierungen. Auch, weil Sonya Yoncheva eine hervorragende Sängerdarstellerin ist, die zunächst vokal auftrumpft, um immer öfter die Töne aus dem Nichts kommen zu lassen.

Abdellah Lasris Alfredo hingegen bleibt trotz auftrumpfendenTenors blass, Simone Piazzola gestaltet einen nuancenreichen Vater Germont.

Daniel Barenboim führt seine Staatskapelle in die Extreme: aufbrausende Härte auf den Gesellschaftspartys, sich verströmende Wärme im Privaten. Am Ende gab’s Jubel für Yoncheva, freundlichen Applaus und wenige Buhrufe für den Rest.