In einem rassigen und kuriosen Ost-Duell hat der FC Erzgebirge Aue den vorentscheidenden Schritt in Richtung Klassenverbleib in der 2. Fußball-Bundesliga geschafft. Mit dem 3:2-Sieg (2:2) gegen den 1. FC Union zerstörten die Erzgebirger zugleich die Hoffnungen der Berliner, weiter am Aufstieg zu schnuppern.

Vor 12.000 Zuschauern im Sparkassen-Erzgebirgsstadion zeigte Schiedsrichter Jochen Drees gleich dreimal umstritten auf den Elfmeterpunkt. „Wenn man auf beiden Seiten schon zwei unberechtigte Elfmeter gepfiffen hat, dann sollte man nicht ein drittes Mal auf den Punkt zeigen. Es ist sehr bitter, weil wir nach dem 2:2 wieder besser im Spiel waren“, sagte Union-Stürmer Sören Brandy.

Falko Götz: „Großer Schritt Richtung Klassenerhalt“

„Wir haben mit dem Sieg einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht, aber wir sind noch nicht durch. Es war heute großer Sport von unserer Seite“, bilanzierte Aue-Trainer Falko Götz. Torsten Mattuschka (24. Minute) brachte Union vom Punkt in Führung, ehe Jakub Sylvestr ebenfalls per Strafstoß (30.) ausglich. Tobias Nickenig für Aue (33.) und Steven Skrzybski (40.) trafen noch aus dem Spiel, ehe Sylvestr in der 72. Minute erneut per Elfmeter den Sieg sicherte (72.).

Während Union mit 42 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz hängen bleibt, ist Aue mit 37 Zählern nur noch drei Punkte vom erklärten 40-Punkte-Ziel entfernt. „Es war definitiv ein vorentscheidender Schritt, aber wir wollen noch den einen Sieg, um unser Ziel zu erreichen“, sagte Aue-Kapitän René Klingbeil.

In Sachen Zweikampfverhalten, Tempo und Emotionen boten beide Teams das, was man sich von einem heißen Ost-Duell erhofft. Vor allem die Gastgeber drängten in den ersten 20 Minuten auf den Führungstreffer und gingen dabei fahrlässig mit ihren guten Möglichkeiten um. In der 9. Minute landete der Kopfball von Kapitän René Klingbeil an der Latte. In der 17. und 20. Minute stand Sylvestr im Fokus, der erst das Außennetz traf und dann an Torhüter Daniel Haas scheiterte. „Wir haben heute eine Menge Fehler gemacht“, sagte Götz.

Die schlechte Verwertung der Möglichkeiten rächte sich mit dem ersten umstrittenen Elfmeterpfiff. Aues Schlussmann Martin Männel faustete den Ball weg, stieß dabei aber auch Sören Brandy und Roberto Puncec zu Boden (21.), weshalb der Unparteiische auf den Elfmeterpunkt zeigte. Nur neun Minuten später gab es auf der anderen Seite den nächsten Strafstoß, nachdem Puncec Frank Löning an der Strafraumgrenze gefoult haben soll.

Nach dem 13. Saisontor von Sylvestr musste Löning verletzt vom Feld, allerdings nicht als Folge der umstrittenen Strafstoß-Aktion. Er wurde von Solomon Okoronkwo ersetzt. Aue brannte nun förmlich ein Offensivfeuerwerk ab. Während Haas gegen Fabian Müller noch parieren konnte (32.), war er beim Kopfball eine Minute später von Nickenig chancenlos.

Die gute und engagierte Arbeit in der Offensive machten sich die Hausherren jedoch in der 40. Minute zunichte, als sich die Defensive eine kollektive Schlafeinlage leistete und Union wieder ausglich. In der zweiten Hälfte ging es temporeich und rassig weiter.

Beide Mannschaften zeigten bis zum Ende Leidenschaft und kämpften um jeden Zentimeter. Müller auf Auer Seite (65.) und Martin Dausch für Berlin (67.) hätten den jeweiligen Führungstreffer markieren können, vergaben aber. Doch der dritte Elfmeterpfiff der Partie infolge eines Fouls von Haas an Okoronkwo und das 14. Saisontor von Sylvestr setzten den Schlusspunkt unter die Begegnung.

dpa/SID/mim