In den Jahren 1928-31 entstand der Femina-Palast an der Nürnberger Straße 50-56 im Stil des Art Déco. Der langgestreckte, kubische Bau nahm fast die ganze Länge eines Straßen-Quarrées ein.
Der später auch Tauentzienpalast genannte Bau war über viele Jahre hinweg eine der führenden Adressen im Berliner Nachtleben. Nach seiner Eröffnung bot das Ballhaus 2000 Sitzplätze in mehreren Sälen und Bars.
Im Hofkomplex des Gebäudes befand sich in den 1920er-Jahren ein Varietétheater mit einem gläsernen Kuppeldach, das in den Nachthimmel geöffnet werden konnte. Viele bekannte Filmdokumente, u. a. mit Josephine Baker im Bananenrock, Transvestiten und Barkeeper, stammen aus dem Femina-Palast.
Anfangs war es schwer, das riesige Gebäude mit Leben zu füllen: Die Betreiber wechselten, immer wieder gab es Umbauten und 1933 schloss das Haus sogar. Erst zur Jahreswende 1935/1936 eröffnete es wieder, diesmal im nationalsozialistischen Zeitgeist: „Schoppenstube“ und „Siechenbräu“ ersetzten Bars und Cabarets, für die Musik sorgten Kapellen der Wehrmacht, der SA und SS.
Doch erst als das Haus zum „Swingpalast“ wurde, stellte sich auch der Erfolg ein. Führende deutsche Swing- und Jazzorchester wie die von Teddy Stauffer und Heinz Wehner gastierten hier, aber auch der Tango-König Juan Llossas.
Das Haus blieb den ganzen Krieg über, wenn auch eingeschränkt, als Vergnügungsstätte in Betrieb und überstand die Bombardierung Berlins weitgehend unversehrt.
Die Tradition des wilden Nachtlebens setzte sich auch in den 70ern bis in die frühen 90er-Jahre fort: Im legendären Szene-Club „Dschungel“ tanzten David Bowie, Romy Haag, Prince, Mick Jagger, Nick Cave oder die Band Depeche Mode.
mim





