Varietétheater

Die Plaza - das Theater der 3000

Foto: picture-alliance / akg-images

Die Plaza, auch „Theater der 3000“ genannt, war neben der Scala und dem Wintergarten eines der größten Varietés in Berlin und bot 3000 Zuschauern Platz. Zudem war es eines der ersten Volksvarietés in Deutschland, das sich gezielt an die Arbeiterschaft als Publikum richtete. Die Plaza befand sich in Berlin-Friedrichshain am Küstriner Platz 11, dem heutigen Franz-Mehring-Platz.

Das Varieté wurde von den jüdischen Anteilseignern des Revuetheaters Scala gegründet. Vorbild waren Theater in anderen Weltstädten dieser Zeit, die erfolgreich in Arbeitervierteln betrieben wurden.

Für die Investoren schien in Berlin das Gebäude des alten Ostbahnhofs als besonders geeignet, da Friedrichshain damals ein ausgeprägtes Proletarierviertel war. In die ehemalige Bahnsteighalle wurden ein Bühnenhaus und der Zuschauerraum eingebaut, das 3000 Zuschauern Platz bot.

Die Eröffnung fand 1929 statt. Noch im gleichen Jahr brach die Weltwirtschaftskrise aus, die auch die Gesellschafter der Scala und der Plaza finanziell ins Wanken brachte.

1933 wurde die Plaza – ebenso wie die Scala – vom Hauptkreditgeber Dresdner Bank in nichtjüdische Hände überführt und von den Nationalsozialisten vereinnahmt. Ab 1935 spielte das Varieté vorwiegend für die Kraft-durch-Freude-Organisation (KdF). Am 1. September 1944 wurde die Plaza wie alle deutschen Theater geschlossen.

Die ehemalige Bahnhofshalle wurde 1944 zerstört, das Gebäude 1945 in der Schlacht um Berlin zur Ruine und ab 1952 endgültig abgerissen. Heute befindet sich an der Stelle das Verlagsgebäude der Zeitung „Neues Deutschland“, dahinter die dazugehörige Druckerei und Gewerbeanlagen.

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