Drogeriemarkt-Kette

Schlecker legt Schließungsliste mit 2000 Filialen vor

Die Liste der Filial-Schließungen wurde veröffentlicht. Dort startet der Räumungsverkauf mit 30 Prozent Rabatt. Unsere interaktive Landkarte zeigt, welche Läden es sind.

Für gut 2000 Schlecker-Märkte kommt das Aus: Die insolvente Drogeriekette hat eine Liste mit den Filialen veröffentlicht, die geschlossen werden sollen . Es handle sich um eine vorläufige Liste, bei der sich noch Änderungen ergeben könnten, teilte das Unternehmen mit.

Die Schließung der Märkte auf der Liste gilt aber als sicher. Sie beginnen nach Informationen der Nachrichtenagentur dapd ab sofort mit einem Räumungsverkauf mit 30 Prozent Rabatt auf alle Produkte, die keiner Preisbindung unterliegen.

Die betroffenen Märkte wurden per Fax unterrichtet. "Wir müssen Ihnen heute leider mitteilen, dass Ihre Verkaufsstelle nach vorläufigem Stand zum 24. März 2012 geschlossen wird", heißt es dort.

Von derzeit etwa 5400 Schlecker-Filialen sollen nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz 3120 Märkte erhalten bleiben. 282 Verkaufsstellen würden noch einmal überprüft. Ursprünglich war von 2400 Filialen die Rede, die geschlossen werden sollten. Etwa 12.000 Mitarbeitern soll die Kündigung ausgesprochen werden.

Schließung bedeutet nicht die Kündigung

Die Schließung der Märkte bedeutet jedoch nicht gleichzeitig die Kündigung der dort beschäftigten Mitarbeiter. "Die wirtschaftlich unvermeidlichen Entlassungen werden einem Sozialplan folgen, dessen Ausgestaltung noch Teil der aktuell laufenden Gespräche zwischen dem vorläufigen Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und dem Schlecker-Gesamtbetriebsrat sowie der Gewerkschaft Ver.di ist", teilte das Unternehmen weiter mit.

Die Parteien waren am Dienstag zu mehrtägigen Gesprächen im thüringischen Oberhof zusammengekommen. Sowohl Geiwitz als auch der Ver.di-Verhandlungsführer Bernhard Franke bezeichneten die Gespräche als schwierig, aber konstruktiv. "Wir sind auf einem gutem Weg", sagte Geiwitz. Beide Seiten müssten sich noch bewegen, aber er glaube, "dass am Ende des Tages eine Lösung möglich ist".

Neben dem Sozialplan ist die Finanzierung einer Transfergesellschaft eines der Themen. Am Wochenende hatte das Bundeswirtschaftsministerium es abgelehnt, die Gesellschaft mit Mitteln der staatlichen Förderbank KfW auszustatten. "Im Fall von Schlecker liegt die Zuständigkeit (...) beim Bundesland Baden-Württemberg", schrieb Wirtschaftsstaatssekretär Bernhard Heitzer (FDP) an den Finanz- und Wirtschaftsminister von Baden-Württemberg, Nils Schmid (SPD).

Es sei Praxis zwischen Bund und Ländern, dass das jeweilige Bundesland, in dem ein Unternehmen seinen Sitz habe, vorrangige Anlaufstelle für eine Unterstützung mittels einer Bürgschaft sei, schrieb Heizer. Die Länder verfügten über eigene Förderinstitute, die auch Kredite bereitstellen könnten.

Parallel zu den Bemühungen um staatliche Unterstützung ist Geiwitz auf der Suche nach Investoren für Schlecker . "Ich habe eine zweistellige Zahl von Interessenten, die auch schon umfangreiche Unterlagen bekommen haben", sagte Geiwitz der Morgenpost Online.