Bundeswehr

Jeder vierte Freiwillige bricht Dienst vorzeitig ab

Die Bundeswehr hat Probleme, ihre Freiwilligen zu halten: Knapp 28 Prozent haben ihren Dienst vorzeitig quittiert – viele mussten auch nach Hause geschickt werden.

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Nach Aussetzung der Wehrpflicht hat die Bundeswehr Schwierigkeiten, ihre Freiwilligen tatsächlich für den Dienst in den Streitkräften zu begeistern.

Mehr als ein Viertel der Freiwilligen, die zum 1. Juli ihren Dienst angetreten haben, sind inzwischen nicht mehr bei der Truppe. 27,7 Prozent der Freiwilligen hätten von ihrem Recht Gebrauch gemacht, in den ersten sechs Monaten des Engagements bei der Bundeswehr ohne Angaben von Gründen ihren Dienst zu quittieren , sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) der „Berliner Zeitung“.

Spontan noch einen Studienplatz erhalten

„Die Zahlen sind hoch“, räumte er ein. Sie entsprächen aber den Erfahrungen der privaten Wirtschaft, wo die Quote der Jobabbrecher zwischen 20 und 25 Prozent liege. Zu den Gründen gehörte laut de Maizière vor allem ein anderes Jobangebot. Viele Abiturienten hätten nach ihrem Eintritt in die Bundeswehr im Juli drei Monate später doch einen Studienplatz angeboten bekommen.

Andere hätten private Gründe für ihren Rückzug angegeben. „Nur wenige sagten, dass der Ton in der Truppe sie abgeschreckt habe oder dass sie sich über- oder unterfordert fühlten.“

Ein Fünftel der Abbrecher habe die Bundeswehr nach Hause geschickt, weil sie den körperlichen Anforderungen nicht entsprochen hätten.

Keine Rekrutierungsschwierigkeiten

Dennoch sieht de Maizière keine Rekrutierungsschwierigkeiten auf die Truppe zukommen. Zum 1. Januar 2012 werde die Bundeswehr 2650 Männer und 170 Frauen als Freiwillige begrüßen. „Damit liegen wir voll im Plan.“ Die Bundeswehr stellt alle drei Monate Freiwillige ein.

Die Umwandlung der Bundeswehr in eine Freiwilligenarmee ist Teil einer umfassenden Reform, die auch Standorte und Strukturen umfasst.

Nach den Vorstellungen von de Maizière sollen der Bundeswehr künftig 5000 bis 15.000 freiwillig Wehrdienstleistende angehören. Die Zahl der Berufs- und Zeitsoldaten soll bei etwa 170.000 liegen. Die Soll-Stärke der Bundeswehr vor der laufenden Reform lag bei 250.000 Soldaten, davon mehr als 50.000 Wehrpflichtige.