So wie es aussieht, hätte auch ein schneller am Unfallort eingetroffener Rettungswagen den Tod der 15-Jährigen nicht verhindert, die am Sonnabend in Lankwitz von einem BVG-Bus überfahren wurde. Dennoch ist es schlimm, wenn das Fahrzeug, das Schwerverletzte schnell ins Krankenhaus bringen kann, erst nach 20 Minuten am Unfallort eintrifft.
Berlins Rettungsdienst steckt seit Jahren in der Krise, wie der Landesrechnungshofes gerade detailliert dargelegt hat. Man fragt sich, was eigentlich der frühere Innensenator Andreas Geisel (SPD) gegen diese Misere unternommen hat. Jetzt wird das Thema politisch angegangen, auch wenn der genaue Plan gegen den Mangel an Wagen, Notfallsanitätern und Notärzten noch nicht ausgehandelt ist.
Die Senatorinnen Spranger und Gote müssen sich dringend zusammenraufen
Die Streitfrage ist, ob lieber Rettungswagen mit einer weniger qualifizierten Besetzung unterwegs sind, wie es Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Feuerwehrchef Karsten Homrighausen möchten. Oder ob man die Fahrzeuge weiter mit Spezialisten besetzt, sie aber möglichst nur noch zu solchen Einsätzen ausrücken lässt, wo sie wirklich gebraucht werden, wie es Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) und der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes vorschlagen.
Es ist dringend geboten, dass die beiden Senatorinnen ihre Hahnenkämpfe einstellen und sich auf ein gemeinsames Konzept verständigen. Beide wollen das gleiche, nämlich schnelle Rettung für Menschen in Not. Die Feuerwehr muss die Organisation so verbessern, damit nicht die raren Rettungssanitäter Zeit für Bürokratie und Saubermachen der Fahrzeuge vergeuden.
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