Die Poller und Stahlgitterkäfige, die ab Montag als Schutz vor Terroranschlägen an der Gedächtniskirche aufgestellt werden sollen, sorgen für Diskussionen – und das ist gut so. Denn die bisherige Debatte zeigt vor allem eines: Die Frage, wie viel Freiheit wir zugunsten von mehr Sicherheit opfern wollen, ist längst nicht beantwortet – und es wird Zeit, dass die Politik nach Lösungen sucht, mit der möglichst viele Berlinerinnen und Berliner sich arrangieren können.
Einfach ist das nicht. Denn die Frage, ob die „Sperrelemente“ nun hässlich und völlig übertrieben oder ob sie notwendig und völlig akzeptabel sind, lässt sich pauschal nicht beantworten. Denn natürlich dürfen die Bewohner einer Stadt und ihre Gäste erwarten, dass der Staat ihnen Sicherheit gewährt. Die Kritik, dass beim Bummel über den Weihnachtsmarkt nicht das Gefühl aufkommen dürfe, man befinde sich im Krieg, ist aber ebenso nachvollziehbar.
Wie schwierig es ist, das richtige Maß zu finden, zeigt die Lösung der Innenverwaltung sehr deutlich. Denn natürlich ist es nicht zu erklären, dass der Breitscheidplatz mit schweren Pollern und mauerähnlichen Betonelementen gesichert wird, während am Alexanderplatz niedrige Sockel reichen sollen. Offen ist auch, wer für die Sicherheit aufkommen soll. Der Staat, weil er die körperliche Unversehrtheit seiner Einwohner zu garantieren hat? Oder die Veranstalter, weil sie mit den Weihnachtsmärkten Geld verdienen?
Die Stadtgesellschaft hat auf diese Fragen keine Antworten gefunden. Die Politik auch nicht. Das zeigt auch der Schlingerkurs von Innensenator Andreas Geisel (SPD). Er warnte vor einer Verpollerung der Stadt. Am Breitscheidplatz lässt er aber nun schwerste Absperrungen auffahren. Wie viel Freiheit wollen wir für die Sicherheit opfern? Es ist höchste Zeit, dass die Diskussion über diese Frage Fahrt aufnimmt. Denn all jene, die unsere Sicherheit aus ideologischen oder anderen Gründen gefährden wollen, werden nicht warten, bis wir eine Antwort gefunden haben.


