Der Countdown für den Spandauer Weihnachtsmarkt läuft: Die Tanne aus dem Fichtelgebirge ist bereits gefällt und soll am Sonnabend auf dem Marktplatz ankommen. Sechs Tage später steht dann die offizielle Eröffnung vom 45. Spandauer Weihnachtsmarkt in der Altstadt sowie des 48. "Spandauer Weihnachtstraums" auf dem Rathausvorplatz an. Jährlich, so schätzen die Veranstalter, kommen rund eine Million Besucher wegen des Markts in das historische Zentrum, zusätzlich zu denen, die ohnehin dort unterwegs sind. Die Sicherheit habe für die Besucher höchste Priorität, betonen die Veranstalter des Weihnachtsmarkts und „Weihnachtstraums“.
Ein 50-seitiges Sicherheitskonzept sei erstellt worden, sagt Sven-Uwe Dettmann, Geschäftsführer von „Partner für Spandau“ und Veranstalter des Weihnachtsmarkt. „Wir haben extra einen Mitarbeiter, der nichts anderes macht, als Sicherheitskonzepte zu schreiben.“ Die Kosten für Sicherheit beziffert er in diesem Jahr auf 100.000 Euro. Zum Vergleich: Anfang der 2000er Jahre seien es 5000 Mark gewesen.
Die Altstadt stellt als Veranstaltungsort eine Besonderheit da. Aufgrund der Geschäfte muss sie befahrbar bleiben, eine komplette Absperrung ist demnach nicht möglich. Es soll laut Dettmann aber eine Entschleunigung an den großen Zufahrten geben und verstärktes Ordnungspersonal. Vorgeschriebene Poller sollen mit Weihnachtsbäumen dekoriert und mit Holz getarnt werden. Genaueres verrät er nicht. Das Konzept für den Weihnachtsmarkt sei mit der Polizei abgestimmt und „wir haben uns geeinigt, keine Details zu veröffentlichen“, erklärt Dettmann weiter.
Traditioneller Stollenanschnitt fällt dieses Jahr aus
Der Sicherheit ist in diesem Jahr auch der traditionelle Anschnitt des riesigen Stollens zum Opfer gefallen, der in diesem Jahr 48 Meter lang gewesen wäre. Der Grund: Die Rettungswege wären bei der Aktion zeitweise eingeschränkt gewesen wären, sagt Thilo-Harry Wollenschlaeger, Veranstalter der „Weihnachtstraums“. Dafür hat Wollenschlaeger ein anderes neues Projekt in diesem Jahr: Auf dem ehemaligen Postgelände, auf dem in den kommenden Jahren ein neues Quartier entstehen soll, gibt es erstmals und wohl einmalig eine Weihnachtskirmes. Name: „Family-Light-Wonderland“. „Es soll ein Angebot für Jüngere sein, die auf die anderen Märkte eher nicht gehen“, erklärt er. Verschiedene Fahrgeschäfte und eine weihnachtliche Partylocation sollen auf dem Gelände entstehen, die Vorbereitungen laufen bereits. „Wir sind gespannt, wie es anläuft“, so Wollenschlaeger. Eröffnung ist dort schon am 23. November.
Auf dem Rathausvorplatz soll derweil die laut Wollenschlaeger höchste begehbare Pyramide der Welt stehen. 30 Meter wird diese hoch sein. Der Konkurrenzkampf unter den Weihnachtsmärkten in Berlin und ganz Deutschland sei groß, sagt Dettmann. "Wir brauchen deshalb immer wieder eine Veränderung." Auf dem Weihnachtsmarkt sind wieder neue Stände vorgesehen, außerdem eine neue Dekoration mit zusätzlichen Weihnachtsbäumen. Letztmals wird es wohl auf dem Reformationsplatz an der Nikolaikirche eine Krippe mit lebenden Tieren geben. Grund sei die geplante Umgestaltung des Platzes, sagt Dettmann. Die Grünfläche, die für die Tiere notwendig ist, soll es danach nicht mehr geben.
Der Spandauer Weihnachtsmarkt hat vom 26. November bis 23. Dezember täglich ab 11 Uhr geöffnet. Der Kunsthandwerkliche Weihnachtsmarkt im Gotischen Haus öffnet täglich von 11 bis 18 Uhr, an Sonnabenden bis 20 Uhr. Der Spandauer Weihnachtstraum ist montags bis donnerstags sowie sonntags von 11 bis 21 Uhr, freitags bis 22 Uhr und sonnabends von 10 bis 22 Uhr geöffnet.
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