Kommentar

Bäderbetriebe bekommen mehr Geld für weniger Angebot

Berlins Bäder erfüllen ihren Auftrag nicht. Das ist die klassische Berliner Ineffizienz und ein Beleg für administratives Versagen.

Personalmangel, technische Probleme und zu hohe Preise treiben die Berliner Bäderbetriebe in eine Krise

Personalmangel, technische Probleme und zu hohe Preise treiben die Berliner Bäderbetriebe in eine Krise

Foto: IM / Denver Post via Getty Images

Die Berliner Landespolitik entscheidet mit einer fast Allparteienkoalition, den Bäderbetrieben mehr Geld zu geben, um zusätzliches Personal anzustellen, marode Anlagen zu erneuern und am Ende natürlich den Erholung suchenden Bürgern mehr Wasserzeit anzubieten. Denn Schwimmen ist gesund und kann lebensrettend sein. Deshalb werden Bäder in Berlin nicht als lässlicher Luxus angesehen, sondern in den Rang der öffentlichen Daseinsvorsorge gerückt.

Absurderweise geschieht in der Realität genau das Gegenteil des gewünschten Effektes. Bäder sind häufiger geschlossen als früher, vor allem die besonders gesundheitsfördernden Hallenbäder erleben einen drastischen Besucherschwund. Der Vorstand der Bäderbetriebe zieht sich auf die Erklärung zurück, es gebe halt kein Personal. Deswegen bleiben Bäder spontan zu, fallen Kurse aus, werden Investitionen nicht umgesetzt und Reparaturen nicht erledigt.

Paradoxe Situation

Vielleicht sollte mal jemand den gut bezahlten Managern sagen, dass sie dazu da sind, solche Probleme zu lösen anstatt nur zu klagen. Vielleicht sollte sich mal der vom Sportsenator geführte Aufsichtsrat ernsthaft mit dem Debakel befassen. Dass in der Aufsichtsbehörde nicht alle Alarmglocken schrillen, wenn das wichtigste Unternehmen ihres Einflussbereichs Hunderttausende Besucher vergrault und Millionen eingeplanter Erlöse nicht erzielt, ist wieder ein Beleg für administratives Versagen.

Die Situation ist paradox: Trotz ausbleibender Einnahmen könnte das finanzielle Ergebnis der Bäderbetriebe gut ausfallen. Es ist noch mehr Geld liegen geblieben, die Kosten sind deshalb niedriger als geplant. Mehr Steuergeld ins System gegeben, schlechtere Ergebnisse erzielt: Das ist die klassische Berliner Ineffizienz. Wenn man die Bäder dicht machte, würde das finanziell sogar noch besser aussehen. Aber der Plan war ein anderer. Rot-Rot-Grün hat jedenfalls eine Baustelle mehr vor sich.