Umann-Schwestern

Models präsentieren Öko-Mode von Umasan in besonderer Show

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Laura Fölmer

Für Sandra und Anja Umann vom Label Umasan ist klar: Keinen Trends hinterherlaufen. Sie stellen Mode nur aus veganen Materialien her und boten in Berlin eine ungewöhnliche Show mit untypischen Models.

Sandra und Anja Umann verstehen sich blind. „Nonverbal“, sagt Sandra. Doch wahrscheinlich ist das so, wenn die Geschäftspartnerin gleichzeitig die Zwillingsschwester ist. Und einig sind sich die beiden Berlinerinnen vor allem in einem Punkt: Mit ihrer Arbeit wollen sie die Oberflächlichkeit der Mode aufbrechen, indem sie großen Wert auf Nachhaltigkeit legen, nur vegane Stoffe benutzen und damit an das Bewusstsein der Kunden appellieren.

Diese – und alle anderen, die sich am Freitag aufraffen konnten nach einem langen Donnerstagabend bereits am Morgen in ihre Show zu kommen – wurden mit der wohl bislang ausgefallensten Schau der Berliner Fashion Week in diesem Jahr belohnt. Anders als viele ihrer Kollegen ließen die beiden Designerinnen ihre Models nicht einfach über den Catwalk laufen, sondern die Modenschau glich eher einer Tanzperformance.

Zum Teil akrobatisch, elegant und in einer Art Choreografie bewegten sich die männlichen und weiblichen Models über den Laufsteg, alle in meist weiten, schwarzen Mänteln, Hosen, Kapuzenpullovern, Tuniken und Röcken. Im Hintergrund wurden Landschaften, Polarlichter und Pflanzen an die Wand projiziert. „Wir haben eine klare Linie, laufen keinen Trends hinterher“, sagt Anja Umann. „Bei vielen Labels ist die Gefahr der Verwechslung ziemlich groß, uns erkennt man immer wieder.“

Das gilt bei Umasan auch für die Model-Auswahl. Statt dünner junger Frauen, die womöglich noch alle gleich ausschauen, laufen für die Umann-Schwestern auch ältere Models über den Laufsteg. „Unsere Models entsprechen nicht dem klassischen Schönheitsideal“, betont Anja. „Bei uns zählt, dass die Models eine starke Persönlichkeit haben – und da wollen wir demographische und auch geographische Grenzen überschreiten. Auch das passt zu unserem ganzheitlichen Aspekt.“

Die Schwestern sind sich bewusst, dass sie womöglich eine gewisse Masse nicht mit ihrer Mode ansprechen, doch das stört sie nicht. Der Erfolg ihrer Marke ist auf jeden Fall da.

Am Abend nach der Show kann nicht viel gefeiert werden. Am Sonnabendmorgen geht bereits der Flieger nach Paris, in der kommenden Woche fliegen die Designerinnen nach Boston. Die nachhaltige Mode, die ohne Ausnahme in Deutschland produziert wird, scheint auf der ganzen Welt anzukommen.