Dschungelcamp 2015

Sara Kulka fliegt raus - und schuld ist ihr Sächsisch

Dschungelcamp - Tag 10 endet unerwartet. Favoritin Sara Kulka musste ihre Sachen packen und das Camp verlassen. Damit hatte niemand gerechnet. Alle wirken wie gelähmt. Nur Walter Freiwald nicht.

Endlich eine Überraschung. Sara Kulka ist raus. Sie erinnern sich? Die hatte anfangs ein Mordstempo vorgelegt, absolvierte zwei Dschungelprüfungen und brach eine sofort ab, weil es zu dunkel und zu krabbelig im Kellerverließ des Dschungels war. Ihre Sprache war derb, das Wort „Kacke“ gehörte zum Grundwortschatz. Ähnlich wie viele Vor-Camperinnen aus anderen Staffeln machte sie sich vor Sendebeginn nackig und zog sich für den „Playboy“ aus. Und nun – rausgewählt. Ohne Vorwarnung. Dabei ist sie nun wirklich nicht die trübste Tasse in diesem lustlosen Dschungelcamp.

Wie konnte es dazu kommen?

Womöglich lag es an ihrem Sächsisch. Das nahm doch von Abend zu Abend sehr zu. Hunger treibt Wahrheit hervor, Saras Hunger trieb sie offenbar zurück in ihren Dialekt. So wurde aus „Schlüpfer“ nun der „Schlüpper“, andere verbale Quarkkeulchen folgten. Nun ist gegen Dialekt nichts zu sagen. Melanie Müller punktete letztes Jahr mit ihrem Sachsen-Sprech. Aber im Moment steht Sächsisch im Rest von Deutschland nicht hoch im Kurs – dank Pegida. Im Herzen Sachsens, in Dresden, sammeln sich mal montags, mal sonntags die Islamgegner. Das umliegende Deutschland regt sich darüber auf und Außenminister Steinmeier fürchtet gar um unser Image im Ausland. Stimmt. Die arme Sara Kulka wurde im fernen Australien Opfer dieses besagten Imageschadens. Sara aus Taucha in Sachsen wird von der Anti-Pegida-Bewegung abgewählt – und das, obwohl ja nicht sie gesagt hat, dass sie endlich was „Deutsches“ essen wolle, sondern das Küken Angelina, das längst freiwillig das Camp geräumt hat.

Womit wir bei der zweiten möglichen Erklärung für die Abwahl wären: Sara Kulka war einfach nicht biestig genug. Beim Auszug nahm sie Angelina liebevoll in den Arm, erklärte ihr, wie sehr sie sie vermissen werde und was für ein toller Mensch sie doch sei. Dabei erwarteten wir alle, dass die beiden sich die Augen auskratzten. Oder zumindest ein Bikini-Catchen im Dschungeltümpel. Auch mit der dunklen Tanja Tischewitsch verstand sich Sara prächtig. Wo kommen wir denn da hin, wenn diese Silikon-Sisters sich verbrüdern? Unterhaltung ist das nicht.

„Ich will kein Loser sein“

Übrigens Tanja Tischewitsch. Die lässt der Hunger ja gar nicht verstummen, im Gegenteil. Sie plappert, als wäre säße sie wohlgenährt im Versace-Hotel. Ein Wunder, wie viel Energie diese Frau aus den paar Reiskörnern und Bohnen rausholt. Denn zu essen gab es wieder nicht viel. Barum-Zirkus-Mädchen Rebecca war zwar vollmundig zur Dschungelprüfung angetreten („Ich will härter sein als alle. Ich will kein Loser sein.“) Aber als es dann zur Sache ging, versagte sie kläglich. Ein Stern. Auch weil sie viel zu langsam zur Sache ging.

Aber Versagen ist ja das große Thema des Camps. Noch nie hockten so viele Camper auf einem Haufen, die sich in ihrem eigenen Versagen suhlen. Oder wie die Großschnauze Aurelio permanent behaupten, was für irre Entertainer sie eigentlich seien. Zu sehen ist davon nichts.

Und dann kam Walter

Und so drohte die zehnte Sendung zur 90-minütigen Klage über die eigene Formschwäche zu werden, wäre nicht nach zwei langen, langen Werbepausen endlich Walter aufgetreten. Der irrsinnige Heizdeckenverkäufer bleibt ein Lichtblick. „Wen würdest du denn rauswählen?“, fragte ihn Moderator Hartwich am Ende, bevor verkündet wurde, wer nun gehen muss. „Rebecca und Jörn“, sagt er, ohne zu zögern. „Oh, das war ehrlich“, stellt Hartwich anerkennend fest. Gehen musste besagte Sara. Walter bleibt mit Jörn und Rebecca im Camp. Vielleicht belebt das die träge Runde endlich. Auf einen neuen Tag!