Tag 9 im Dschungelcamp, Anzahl der Camper: auch neun. Noch. Angelina Heger ist gegangen, Patricia Blanco gegangen worden. Und dieser Tag war ein – Walter-Tag! Wieder einmal. Gleich am Anfang fragt sich Sonja Zietlow: „Will denn außer Walter niemand Dschungelkönig werden?“

Nun, dazu bleibt nur zu sagen: Man weiß es nicht. Die meisten Camper werden höchstens Dschungelkönig der Lethargie, auch Sonja Zietlow und Daniel Hartwich haben ihre Lästerstrategie von „keiner kennt wen“ in „keiner macht was“ geändert. Das Dschungelcamp liegt längst nicht mehr in Australien, sondern in Schlummerland.

Dabei – Moment, doch, sie machen was! Meutern. Es wird gemeckert, was das Zeug hält. Juhu, Lebenszeichen. Jedenfalls von Rolfe Scheider. Der hat nämlich „keine Lust, ne Sendung zu machen, wenn ich nachts nass liege...“ Womit er glücklicherweise den Regen meint. Erstaunlich seine Einschätzung, „ne Sendung zu machen“.... Wo er doch sogar mit Hand in der Tasche seine Zähne putzt. Und diese Sendung, die er da macht, die ist dann auch noch so „kacke, scheiße organisiert.“ Klingt nach Camp-Tourette. Deswegen will er auch gehen, aber das hat er dann am nächsten Tag schon wieder vergessen. Camp-Demenz also auch noch.

Sir Freiwalds First Lady

Lässt sich wahrscheinlich auch nur so aushalten. Nur der Walter – ja, der Walter. Dem „macht nix was aus.“ Er will ja schließlich auch, dass die Zuschauer sagen: „Ja, er ist es!“ Unser Buckel..., nein: Bundespräsident der Herzen. Und, mein lieber Mann – pardon: du „frecher Junge“, denn das ist er nach eigener Aussage – er rührt aber auch so was von die Werbetrommel für sich selbst. Und schreckt vor nichts zurück: Schlimme Kindheits-Geschichten und Rotz-und-Wasser-Heulen, weil er seine Frau so vermisst. Sind sie doch schließlich „29 Jahre dieses, nächstes Jahr dann 30 Jahre verheiratet.“ Und er packt vor der Kamera noch ordentlich drauf: „Ich brauche sie zum Atmen, könnte wahrscheinlich nicht leben ohne sie. Verliere ich sie, verliere ich mein Leben.“ Die Stimme wackelt, die Unterlippe zittert. Und immer wieder diese romantischen Einstellungen, spätestens jetzt steht fest: Niemand kann so schön in den Himmel sinnieren wie Walter, wenn er an seine First Lady denkt.

Schon am Lagerfeuer war er ganz philosophisch mit „Dschungelarzt“ Jörn Schlönvoigt. Da ging’s um den Streit mit Maren, die ihm ja in den Bereich unterhalb der Gürtellinie treten wollte, wenn er mit den Sticheleien gegen sie nicht aufhört. Und wie der Walter aufhört! Da trottet er ihr ins Dschungelbadezimmer hinterher und mit Küsschen und Kuscheln vertragen sich die beiden wieder. Ist das schön! Assistentendasein verbindet eben doch irgendwie.

Wer darf wohl zum Glücksrad?

Dann ist es soweit: Tanja Tischewitsch, bei der man sich immer fragt, ob sie vielleicht Kakerlaken raucht oder einfach Tussi-ADHS hat, verkündet die Entscheidung, wer zur Dschungelprüfung antreten muss. Die heißt heute „Unglücksrad“ und das p-r-ä-d-e-s-t-i-n-i-e-r-t doch die M-a-r-e-n. Als jahrelange Glücksrad-Fee. Doch, oh je. Auch sie schlägt sich mit einer Krankheit rum: Buchstabier-Angst. Sie bekommt aber Benjamin Boyce an die Seite, was ihr – nichts bringt. Die Prüfung kann man ja immer schon abkürzen: Beide werden auf ein Rad geschnallt, das können sie noch, dann muss Maren buchstabieren (so unfassbare Wörter wie Luxusartikel und Dschungelkönigin) und beide müssen kleine Bälle in einen Korb werfen. Das läuft so mäßig gut und bringt am Ende z-w-e-i Sterne. Zurück im Camp spricht Maren Gilzer dann aber auch die Wahrheit aus: „Eigentlich ne Übung, die nicht zu bewerkstelligen ist.“ Nun, nicht, wenn man die Buchstaben sonst nur umdreht.

Um es essenstechnisch noch rauszureißen, werden Aurelio und Sara auf Schatzsuche geschickt. Und da stellt sich raus, dass auch Sara noch immer unter Camp-Tourette leidet. „Das ist Scheiße, so ’ne Scheiße, Arschlöcher“, pöbelt sie, als sie sieht, was da Unmögliches von ihr und Aurelio verlangt wird. Eine Nacht mit Wein und Bett und Decke – und einer Uhr, die man alle zwanzig Minuten zurückdrehen muss, damit es nicht Zwölf schlägt. Das kann sie nicht. Weil sie einen Mann zuhause hat. Der Aurelio versteht das total, respektiert das total und akzeptiert das auch total. Also gehen sie wieder ins Camp, wo auch alle das verstehen. Total. Nur Daniel Hartwich wundert sich: „Früher hat er die Frauen ins Bett gequatscht, jetzt quatscht er sie raus.“

Aus dem Bett gequatscht

Ach ja: Raus. Raus ist Benjamin Boyce. „Das ist der von Caught in the Act“, hatte Tanja Tischewitsch zwischendurch noch mal erinnert. Hat aber nichts gebracht. Am Ende bleiben zwei Fragen offen: Wie um alles in der Welt kommt Walter auf die Idee, dass „die jungen Dinger“ alle auf ihn stehen – ernst gemeint! – und wer ist der geheime Promi-Lover, den Tanja beim Lagerfeuer-Gespräch mit Maren ins Spiel gebracht hat? Und hat das womöglich etwas miteinander zu tun? Bitte nicht. Das wär irgendwie krank.