Es begann an dem Ort, an dem die Kölner „Tatort“-Folgen eigentlich immer enden: An der Würstchenbude am Rhein mit Blick auf den Dom, Abendstimmung. Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) schlug seinem Kollegen Freddy Schenk (Dietmar Bär) vor, noch ein weiteres Bier zu trinken – doch der wollte nach Hause zu seiner Familie.
Der Ort liegt den Kölnern am Herzen – weshalb der „Kölner Stadt-Anzeiger“ übrigens erst vor wenigen Tagen erleichtert notierte, die reale „Wurstbraterei“ habe nach einer längeren Zeit der Schließung im Rheinauhafengelände wieder geöffnet. So legendär ist die Imbissbude geworden, dass zu der Eröffnung sogar der Oberbürgermeister erschien. Den Twitter-Nutzern freilich war das Gewese um das liebste Nahrungsmittel der Deutschen am Tag nach dem österreichischen Sieg im „Eurovision Song Contest“ ein bisschen zuviel.
Jetzt auch noch die Wurst-Bude im Tatort. Langsam reicht es mit der Wurst überall. #Tatort
— Jan Hendrik Becker (@beckerjan) 11. Mai 2014 Max Ballauf holte sich noch ein Bier für den Weg, das dann krachend am Boden der Kölner U-Bahn zerschellte, weil er einem Passanten zu Hilfe eilen musste. Der wurde gerade von Jugendlichen zusammengeschlagen. Ballauf wurde vor die U-Bahn gestoßen, überlebte knapp – und suchte Zeugen. Da gab es Ungereimheiten.
Erster Fehler: Frau im Businesskostüm hat kein Handy. #tatort
— Martina Thelen (@martina_kkundk) 11. Mai 2014 Ballauf hinderte eine Reinigungskraft daran, die Spuren der Tat zu beseitigen. Für viele Kölner ein Rätsel.
Das erste mal, dass bei der #kvb geputzt wird #tatort
— Ulrich Gelsen (@gelsen) 11. Mai 2014 Dann kam die Neue ins Spiel. Miriam Häslich, die neue Assistentin. Lucie Heinze spielte sie wunderbar als nervtötende Topcheckerin, die den Kommissaren meilenweit voraus ist, was die neuen Technologien angeht.
Ballauf also ein eMail-Ausdrucker ... #Tatort
— Thomas Mathoi (@thomas_mathoi) 11. Mai 2014 Sie wird es aber vorerst schwer haben. Zu lebendig sind noch die Erinnerungen an ihre von Tessa Mittelstaedt gespielte Vorgängerin, die in der vorletzten Folge umgebracht worden war.
Ich vermisse Franziska #Tatort
— Anna Sofie (@AnnaHBTC) 11. Mai 2014 Für Aufsehen sorgte auch der Vater des wohlstandsverwahrlosten Mädchens. Sein Äußeres erinnerte viele Nutzer an Friedrich Liechtenstein aus der „Edeka“-Reklame.
Alkohol ist auch sehr, sehr Geil. Super Fusel, Super Dusel, Super Papa. #Tatort
— Eike B. (@DerBenser) 11. Mai 2014 Jedenfalls liefen die Kommissare überall gegen Wände. „Ohnmacht“ hieß dieser Tatort auch wegen der engen Grenzen, die den Ermittlern gesetzt waren. Sie waren wie umstellt von Rechtsexperten, die sie permanent zurechtwiesen.
Was sind das heute alles für verzogene Blagen im #Tatort, die sich ständig auf ihr Bürgerrecht und Bürokratie berufen?
— Tobi. (@variabel_) 11. Mai 2014 Ein Fazit: Viele fanden diesen „Tatort“ spannend. Mancher Nutzer schrieb sogar, er komme vor lauter Spannung gar nicht mehr zum Twittern. Nur Corinna Kirchhoff als Mutter der Täterin Janine mit ihrem Putzzwang und ihrer neurotisierten Sorge um das eigene Kind übertrieb es vielen ein wenig.
Nee, ausgerechnet heute sind es die Mütter (bzw. deren Darstellerinnen), die die Schauspielerei übertreiben #Tatort
— Ingo Kwiat (@IngoKwiat) 11. Mai 2014 Dann sorgte auch noch ein Tweet von „Spiegel Online“ für Empörung, der wieder gelöscht wurde, aber nicht schnell genug. Es ging um die arrogante Beamtin Carola Blessing, gespielt von Stephanie Japp.
Huch. Ist das die Spiegel-Kultur? RT @SPIEGEL_Kultur: Die Haftrichterin sollte man auch mal vor die U-Bahn schubsen. #Tatort @DerSPIEGEL
— jens meyer-wellmann (@jmwell) 11. Mai 2014 Die einen Hamburger Kollegen vergaloppieren sich. Andere rätseln immer noch, warum sich zehn Millionen Menschen jeden Sonntag vor dieser Sendung versammeln.
Was ich nie verstehen werde: diese Begeisterung für den #Tatort.
— DIE ZEIT (@DIEZEIT) 11. Mai 2014 „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann erwiderte darauf nur gallig: „Deshalb sind Sie ja auch bei @DIEZEIT“.




