Die mit Sprengstoff beladene Drohne am Leipziger Flughafen hat gezeigt: Deutschland muss sich gegen hybride Bedrohungen wappnen. Wie vielfältig diese jedoch sein können, davon bekommen Zuschauer der Lanz-Sendung am Dienstagabend eine leise Ahnung.
Wie gut ist Deutschland dagegen geschützt, will Markus Lanz von Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) wissen. Dieser versucht Tatkraft auszustrahlen, und betont, es sei „so viel auf dem Weg wie lange nicht“, um sich dagegen zu rüsten.
Lanz reicht das nicht: „Wir waren kurz vor einem Inferno“, betont er mehrmals. Dass nur etwas „auf dem Weg“ ist, sei da wenig beruhigend. Wildberger kann jedoch keine absolute Sicherheit versprechen: „Wir können uns nie ganz sicher sein“, gibt er ehrlich zu.
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Das liegt unter anderem an immer schneller werdenden Innovationszyklen, die der Autor und Digitalexperte Sascha Lobo anschaulich erklärt: „Das Problem daran ist, dass die Abwehr von gestern die Drohne von morgen einfach nicht mehr sieht oder nicht mehr erwischt.“
Deshalb sei es umso wichtiger, an der Spitze der Innovationen zu stehen. Dabei erzählt Lobo auch von Methoden, die Lanz sprachlos zurücklassen. Er berichtet davon, wie die Ukraine mit „Gamification“, also Methoden, die einem Spiel gleichen, für ein hohes Innovationstempo an der Front sorge:
„Einheiten an der Front dürfen neue Technologien von kleinen Unternehmen ausprobieren und bekommen Punkte für alle Soldaten und Stellungen, die sie treffen oder töten. Und mit einem bestimmten Punktekonto kann man dann neue Technologien einkaufen.“

Lanz geschockt: „Wollen wir das wirklich?“
Lobo weiß selbst, dass das „wahnsinnig zynisch“ klingt. Trotzdem beschreibt er Gamification als eine effektive Methode. Lanz ist von diesen Ausführungen sichtlich geschockt und muss sich kurz sammeln. Dann stellt er zu Recht die ethische Frage: „Wollen wir das wirklich?“ Danach versichern Lobo und Wildberger, dass es gerade für Demokratien wichtig sei, diese Technologien nicht allein Autokratien zu überlassen.
Lobo spricht von einer „demokratischen Variante“ für solche Systeme. Doch wie diese aussehen könnte, bleibt er schuldig. Dafür kann er umso mehr über die Methoden sprechen, die schon heute eingesetzt werden. So kann zum Beispiel anhand der Erschütterung von Glasscheiben berechnet werden, was im Raum dahinter gesprochen wird. Chinesische Behörden können außerdem allein am Gang Personen identifizieren, wenn das mit der Gesichtserkennung nicht möglich ist.
Zum Glück bringt der technische Fortschritt nicht nur Sicherheitsrisiken mit sich, sondern soll auch das Leben der Bürger besser machen. Zuständig dafür, die Verwaltungen bürgerfreundlicher und effizienter zu machen, ist der Digitalminister Wildberger, der wieder versucht, als menschgewordene Tatkraft aufzutreten.
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Digitalminister Wildberger verspricht die „digitale Brieftasche“
Sein Ministerium habe viele Anwendungen vorbereitet, für die man auch Lob und Anfragen aus dem Ausland bekomme. Das Problem sei nur, diese schnell in der Fläche, also in den über 10.000 Kommunen, einsatzbereit zu machen.
Optimistisch zeigt sich Wildberger bei der „digitalen Brieftasche“, die im nächsten Jahr kommen soll. Darin sollen Personalausweis, Führerschein, und vieles mehr enthalten sein – für jeden einfach und sicher nutzbar auf dem Smartphone.
Die Journalistin Christiane Jacke vom Redaktionsnetzwerk Deutschland entlarvt, dass Wildberger sich hier etwas mit fremden Federn schmückt. Denn im Grunde setzt dieser nur Vorgaben der EU um, mit denen schon die Vorgängerregierung begonnen habe.
Lanz verpasst Nachfrage bei Wildberger zu KI-Text
Glimpflich kommt Wildberger davon, als es um den Einsatz von KI bei Politikerreden und -texten geht. Denn der Digitalminister selbst hatte einen Gastbeitrag bei der FAZ verfasst, bei dem nachweislich KI benutzt wurde und den die Zeitung daraufhin zurückzog.
Lanz fragt ihn aber nicht, wie Wildberger heute darüber denkt oder ob er heute noch KI für solche Fälle benutzen würde. Denn wie glaubwürdig können Worte eines Politikers sein, wenn sie gar nicht von ihm selbst stammen?
Wildberger lächelt verschmitzt, während Lanz von dem Vorfall erzählt. Das deutet darauf hin, dass er es ähnlich sieht wie Sascha Lobo, der überhaupt kein Problem in der Verwendung von KI erkennen kann.
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KI in einer Trauerrede? Für Lobo kein Problem
Dieser findet nicht einmal die Verwendung von KI für Trauerreden verwerflich, wie sie Mario Voigt vorgeworfen wird. Er finde es gut, wenn Politiker KI verwenden, da dies viel schneller sei und Steuergelder einspare: „Ich würde da auch gar nicht in komischer falscher Menschlichkeit vor einer Trauerrede Halt machen“, erklärt er.
Später legt Lobo nach und macht dieses Argument auch für journalistische Texte: „Warum soll ein Satz in einem journalistischen Medium, wenn er präzise ist, wenn er den Ton trifft, wenn er gut recherchiert ist, nicht von einer KI geschrieben worden sein?“ fragt er und ergänzt: „Außer ich möchte das nicht, was ein total legitimes Argument ist. Es ist allerdings kein besonders wirtschaftliches Argument.“
wDenn handgeschriebene Sätze von Menschen seien im Zweifel teurer. An dieser Stelle dürfen Sie als Leser allerdings sicher sein: Jeder Satz in diesem Text stammt von einem Menschen. Grüße an dieser Stelle.








