Nach dem Fund einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig vermuten die Ermittler laut Medienberichten, dass mehrere Drohnen im Einsatz waren. „Eine zweite Drohne könnte mit einem DHL-Flugzeug kollidiert sein“, berichteten die „Süddeutsche Zeitung“, der NDR und der WDR unter Berufung auf Ermittler. Zehn Tage nach dem Vorfall soll zudem eine dritte Drohne auf einem Feld in Kabelsketal westlich des Flughafens entdeckt worden sein, wird aus Sicherheitskreisen berichtet.

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Die Ermittler sollen an der Fundstelle der dritten Drohne eine Substanz entdeckt haben, bei der es sich nach ersten Einschätzungen um rund 50 Gramm des hochexplosiven militärischen Sprengstoffs Hexogen gehandelt haben könnte, wie „SZ“, NDR und WDR unter Berufung auf Sicherheitskreise berichteten. „Die Täter hatten womöglich einen weitaus größeren Anschlag im Sinn als bislang öffentlich bekannt“, hieß es in dem Bericht.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) drohte den Verantwortlichen mit Konsequenzen. „Die Bundesregierung erlegt Urhebern hybrider Angriffe einen Preis auf – sie werden dafür bezahlen“, sagte Merz am Dienstag zu Beginn der Kabinettsklausur auf Schloss Neuhardenberg in Brandenburg. Der Fall in Leipzig zeige, „dass wir zugleich ganz handfest bedroht sind“.

„Deutschland ist stärker ins Fadenkreuz hybrider Angreifer gerückt“, betonte Merz. „Angreifer nehmen zunehmend skrupellos schwere Sachschäden, sogar Verletzte und Tote in Kauf.“ Die Bundesregierung arbeite gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden „intensiv“ an einer Zuordnung des Vorfalls in Leipzig. „Und wir werden das in Kürze auch darlegen und uns dazu äußern“, kündigte der Kanzler an.

Leipzig Flughafen: Drohne mit Sprengstoff nahe ukrainischer Fracht entdeckt

Am Flughafen Leipzig war Anfang August im Sicherheitsbereich des Frachtbetriebs eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine im Krieg gegen Russland.

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Eine zweite Drohne soll wenige Minuten nach dem Fund der ersten mit einem DHL-Frachtflugzeug kollidiert sein, wie „SZ“, NDR und WDR berichteten. Das Flugzeug prallte wohl auf der Höhe des Flughafenzauns mit einer Geschwindigkeit von mehreren Hundert Stundenkilometern mit der Drohne zusammen. Wenige Sekunden zuvor sollen die Piloten der Maschine ein etwa 30 Zentimeter großes Objekt gesehen haben.

DHL-Flugzeug: Ermittler vermuten Drohnenkollision und Sabotage

Bei einer Untersuchung des DHL-Flugzeugs wurde „SZ“, NDR und WDR zufolge am Leitwerk der Maschine eine Beschädigung festgestellt, die auf eine Kollision mit einem Gegenstand hindeutet. Gefunden wurde diese Drohne oder auch nur Teile davon bislang jedoch nicht. Nach Einschätzung der Ermittler könnte das Fluggerät nach dem Zusammenstoß auch in die Triebwerke geraten und dabei in kleinste Teile zerhackt worden sein, wie es in dem Bericht weiter hieß.

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Unklar ist nach wie vor, wer hinter dem mutmaßlichen Anschlag steckte. Sicherheitskreise gehen „SZ“, NDR und WDR zufolge davon aus, dass russische Geheimdienste in die Planung involviert waren. Moskau weist eine Beteiligung zurück.

afp