Kohl habe ihn nicht in sein Kabinett geholt. Merkel habe ihn nicht gewollt. „Die haben gewusst, das ist nicht gut mit dem.“ Franz Müntefering, ehemaliger SPD-Politiker und Berater von Gerhard Schröder, spricht bei „Maischberger“ über Friedrich Merz – und lässt keinen Zweifel daran, was er von der Annäherung der CDU an die AfD hält. Zwar sei Merz ein Demokrat, aber: „Er ist ein Mensch, der manchmal leicht formuliert und aus sich herausgeht, wenn andere nochmal nachdenken. Das hat er nicht getan in der Vergangenheit.“
Kritik gibt’s auch an Jens Spahn, der den Umgang mit der AfD zuletzt normalisieren wollte. Müntefering sagt deutlich: „Ich empfehle meiner Partei, ihm zu sagen: So nicht. Da muss man deutlich sein!“
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Maischberger: Müntefering rechnet mit der SPD und Friedrich Merz ab
In der Gesprächsrunde mit der „Zeit Online“-Redakteurin Yasmine M’Barek, der Autorin der „Neuen Zürcher Zeitung“, Susanne Gaschke, sowie dem Literaturkritiker Denis Scheck geht es zunächst um den neuen Koalitionsvertrag, dem nach der Union nun auch die SPD zugestimmt hat. Der sei laut Markus Söder ein „Bestseller“ – ein Urteil, dem Susanne Gaschke nicht zustimmen kann. Sie bemängelt die fehlende Priorisierung: „Zum Thema Bundeswehr stehen drei Seiten drin. Da steht nichts zur Wehrpflicht, nichts zur Truppenstärke. Das finde ich einigermaßen beunruhigend.“
Yasmine M’Barek sieht es pragmatischer: „Da ist relativ viel Potenzial, mal positiv überrascht zu werden.“ Doch der Eindruck, dass Streit vorprogrammiert ist, überwiegt: Steuerfragen, Mindestlohn, Renten – einig ist sich die Runde vor allem darin, dass die Debatte gerade erst begonnen hat.
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Mehrheit der SPD stimmt für den Koalitionsvertrag
Mit Franz Müntefering blickt Sandra Maischberger ausführlich auf die SPD. Der 84-Jährige hat selbst gemeinsam mit seiner Frau über den Koalitionsvertrag abgestimmt. Das ging diesmal nämlich nur online – was zu einer Beteiligung von gerade einmal 56 Prozent der SPD-Mitglieder geführt hat. Doch immerhin: 84,6 Prozent stimmten für den Koalitionsvertrag.
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Und Müntefering selbst hat gar keine Email-Adresse und nutzt sein Handy auch nur zum Telefonieren. „Meine Frau hat mir geholfen, dann hat‘s geklappt“, sagt der 85-Jährige. Zu Sandra Maischbergers Frage, ob fair mit der SPD-Doppelspitze Lars Klingbeil und Saskia Esken umgegangen wird, stellt er erst einmal klar: „Es ist nicht so, dass die beiden die Wahl verloren haben. Scholz hat die Wahl verloren.“ Über Scholz’ Rolle als Kanzlerkandidat sagt er nur: „Die Partei hat so entschieden.“ Begeisterung klingt anders, sieht auch anders aus, der 85-Jährige verschränkt dabei nämlich die Arme – auch Maischberger merkt das an.
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Ist Saskia Esken der Sündenbock?
Dass Klingbeil nun Verantwortung übernimmt, findet er gut. Ob es in Ordnung sei, dass der eine Kandidat mit der Vizekanzlerschaft und dem Finanzministerium belohnt würde, während es so aussieht, dass die Frau, Saskia Esken, gehen müsse, will Maischberger wissen. „Die haben sich da reingeschmissen, alle beide. Und ob die Esken da wieder auftaucht, das werden wir sehen“, so Müntefering.
Literaturkritiker Denis Scheck ergänzt: Er habe Respekt vor dem Machtstreben von Lars Klingbeil – „Allein die Eleganz, mit der er seine Mitstreiterin zu entledigen versucht“, bemerkte er süffisant. „Ich halte Saskia Esken auf dem Weg ins Haus der Geschichte.“ Das sieht Yasmine M’Barek anders: Zwar halte sie Saskia Esken für politisch taktisch nicht klug – und sie habe kein Netzwerk. „Ich kann mir aber trotzdem vorstellen, dass sie einen Ministerposten bekommt.“ Das Umweltministerium könnte zum Beispiel ein „Deal“ sein. „Dann muss man sich nicht den Vorwurf gefallen lassen, man habe die Frau benachteiligt.“
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Rente mit 63 oder 67? Müntefering plädiert für Offenheit
Beim Thema Rente fordert Müntefering eine öffentliche Debatte: „Man muss diskutieren, wie wir das machen. Mir kommt es nicht darauf an, welche Partei sich durchsetzt, sondern dass wir das Problem gut lösen.“ Der eine könne mit 50 nicht mehr, der andere mit 70 noch. Lösungen seien nötig – nicht starre Altersgrenzen.
Den oft beklagten Prüfauftrag im Koalitionspapier verteidigt er: „Der Bundestag ist da, um Probleme zu lösen.“




![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)





