Wir erinnern uns dunkel. "Crank" war der Tag, an dem Chev Chelios (Jason Statham) starb. So hat er es selbst beschrieben. Einen Giftcocktail im Blut konnte er nur durch dauerhaften Stress ausbremsen. So hetzte er durch Los Angeles und stürzte am Ende aus einem Hubschrauber. Eine buchstäbliche Tour de Force mit angesagtem tödlichem Ausgang.
Doch wie man jetzt sieht, hat das weder eine Fortsetzung noch Chelios Leben beendet. Frei nach dem Motto "höher, schneller, kränker" geht es genau da weiter, wo wir ihn verlassen haben.
Er fällt auf ein Auto, landet auf der Straße und wird mit einer Schneeschippe vom Asphalt gekratzt, um ein paar Monate später in einem schäbigen Operationszimmer aufzuwachen und zusehen zu müssen, wie ihm sein Herz gegen ein künstliches ausgetauscht wird. Er kann zwar entkommen, merkt aber schnell, dass der Akku für seine Plastikpumpe nicht lange halten dürfte und er sich ranhalten muss, sein eigenes Herz zurückzuerobern. Was im ersten Teil das Adrenalin war, ist diesmal die Ladespannung fürs Elektroherz. Wie ein wild gewordenes Aufziehmännchen jagt er los, schießt und prügelt sich durch die Stadt und braucht ab und an eine Portion Strom, die natürlich nicht aus einer langweiligen Dose, sondern aus Starthilfekabel, Elektroschockhalsband oder Hochspannungsverteiler kommt.
Spritzendes Blut, nacktes Fleisch und unflätiges Vokabular gehören zum Standardprogramm des Treibens, das man mit höflicher Distanz als ironische B-Movie-Persiflage im Overdrive bezeichnen könnte, auch wenn es sich wohl eher um einen hysterischen Action-Porno handelt. Mangelnde Konsequenz kann man dreisten Faust-und-Zoten-Comic jedenfalls nicht vorwerfen, aber ansonsten so ziemlich alles.




