11. bis 21. Februar. Jeder Kinofan hat sich die elf Tage längst rot im Kalender eingetragen. Und womöglich schon Urlaub beantragt. Denn dann ist Berlinale. Dann herrscht wieder Ausnahmezustand. Dann heißt es wieder: ab an den Potsdamer Platz. Und Filme gucken, so viel man schafft.

Dass das möglich ist, ist der größte Vorzug der Berliner Filmfestspiele. Denn im Gegensatz zu den anderen großen Konkurrenten ist die Berlinale ein Publikumsfestival. Cannes und Venedig geben sich nach wie vor recht elitär, da kommt nur das Fachpublikum ins Kino. In Berlin kommt aber auch Otto Normalzuschauer ins Kino.

Nur: Die Berlinale ist halt auch das einzige A-Filmfestival in einer Großstadt. Da gibt es deutlich mehr Interessenten als in den beschaulichen Badeorten. Und so stellt sich Jahr für Jahr dieselbe Frage: Wie komm’ ich bloß ins Kino?

Da steppt der Bär: Das Festivalplakat der Berlinale 2016
Da steppt der Bär: Das Festivalplakat der Berlinale 2016 © dpa | Berlinale

Natürlich kann man sich die heiß begehrten Tickets auf dem üblichen Weg ergattern. Vor den Ticket-Countern oder zuhause am Rechner. Aber ersteres ist halt mit viel Stehen und Warten verbunden. Und obwohl sich dabei die wundersamsten Freundschaften, muss man oft erleben, dass man endlich an der Reihe ist und dann wurde einem das letzte Ticket für den Film, für den man die ganze Zeit anstand, vor der Nase weggeshnappt.

Den Computer kann man wenigstens daheim aufschlagen. Aber online kommen wieder nur die mit den schnellsten Rechnern zum Zug. Bei den anderen rödelt und rödelt der Computer. Und nichts passiert.

Abschreckend: die Warteschlangen vor den Ticket-Countern am Potsdamer Platz
Abschreckend: die Warteschlangen vor den Ticket-Countern am Potsdamer Platz © Reto Klar | Reto Klar

Das muss aber nicht sein. Denn die Berliner Morgenpost bietet einen dritten Weg: die Leserjury. Wie jedes Jahr schickt unsere Zeitung zwölf Geschworene auf die Berlinale, um die Beiträge des Wettbewerbs zu schauen und daraus am Ende den Publikumsfavoriten zu küren.

Die Idee entstand 1974, als die Bärenvergabe immer elitärer wurde und ein Publikumserfolg fast schon als anrüchig galt. Da stellte der Leserpreis ein Gegengewicht dar. Inzwischen erhalten aber Filme wie „Magnolia“ (2000) oder „Nader und Simin“ (2011) wieder ganz selbstverständlich sowohl den Goldenen Bären als auch den Morgenpost-Leserpreis.

Ein Garant für Publikumserfolg

Die Auszeichnung ging an so unterschiedliche Regisseure wie Fassbinder (für „Die Ehe der Maria Braun“), Barry Levinson („Rain Man“) und Kevin Costner („Der mit dem Wolf tanzt“). Die letzten Siegerfilme waren u.a. „Irina Palm“ (2007), „Barbara“ (2011), „Boyhood“ (2014) und der Berlin-Film „Victoria“ (2015).Die Branche schaut mit Interesse auf diesen Preis, ist er doch ein Garant, dass ein Film auch beim Publikum ankommt.

Wer für die 12 Geschworenen auserwählt wird, bekommt eine Jury-Akkreditierung. Dann ist Schluss mit der Warterei. Kosten tut das auch nichts. Und obendrein kann man so viele Filme gucken, wie man schafft. Der Wettbewerb ist natürlich Pflicht, aber darüber hinaus können auch alle anderen Sektionen des Festivals besucht werden, vom Panorama über das Forum bis zur Kinderberlinale.

Man braucht nur Sitzfleisch - und Zeit

Alles, was man dazu braucht, ist viel Sitzfleisch. Ein bisschen Englischkenntnisse. Und Zeit. Das allerdings reichlich. Die Wettbewerbsfilme sind nämlich tagsüber zu sehen, von neun Uhr in der Früh bis zum späten Nachmittag.

Erst ins Büro und abends auf einen Film zur Berlinale, das geht leider nicht. Das Festival, da geht es dem Leser-Juror wie den Kollegen der Internationalen Jury, ist ein Dauerjob.

Im Berlinale Palast: Die Leserjury des Vorjahres  .
Im Berlinale Palast: Die Leserjury des Vorjahres .© Reto Klar | Reto Klar

Und so wird’s gemacht. Wenn Sie mitmachen wollen, brauchen Sie bloß eine kleine Bewerbung zu bitten. Bitte geben Sie dabei Ihren Namen, Ihre Adresse, Alter und Beruf sowie ihre persönlichen Filmfavoriten an – sowie ihre Telefonnummer, unter der Sie auch während des Festivals zu erreichen sind. Dem legen Sie noch ein Passfoto bei (ganz wichtig: Das wird im Erfolgsfall Ihren Festivalausweis zieren. Und ab geht die Post an:

Berliner Morgenpost

Kulturredaktion

Stichwort: Leserjury

Kurfürstendamm 22

10719 Berlin

Sie können sich natürlich auch online bewerben. In diesem Fall schicken Sie Ihr Anschreiben bitte an: leserjury@morgenpost.de – dann müssen Sie aber unbedingt ein digitales Foto (*.jpg) anhängen. Einsendeschluss ist Freitag, der 22. Januar. Die Gewinner werden wie immer unter Ausschluss des Rechtsweges ermittelt.

Also: Machen Sie mit. Werden Sie Juror! Und entscheiden Sie, wer in diesem Jahr der Publikumsfavorit wird. Wir drücken Ihnen die Daumen!