Spitzenwahl

Meryl Streep wird Jury-Präsidentin der Berlinale

Mehr Glamour geht nicht: Meryl Streep ist die Königin von Hollywood. Und war noch nie in einer Jury. Das wird sich jetzt ändern.

Vor drei Jahren bekam sie einen Ehrenbär. Im Februar wird Meryl Streep die Berlinale als Jurypräsidentin beehren.

Vor drei Jahren bekam sie einen Ehrenbär. Im Februar wird Meryl Streep die Berlinale als Jurypräsidentin beehren.

Foto: LUKE MACGREGOR / REUTERS

Nicht immer hat die Berlinale ein gutes Händchen bei ihren Jurypräsidenten. Und manchmal hat das Konkurrenzfestival in Cannes, das drei Monate später startet, seinen Jury-Präsidenten schon verkündet, bevor die Berliner Filmfestspiele den ihren präsentieren konnte.

Nicht so für die 66. Ausgabe (11.-21. Februar 2016). Die Berlinale hat bereits gestern verkündet, wer den Vorsitz der Internationalen Jury übernehmen wird. Und prominenter könnte der Name kaum sein: Es ist Meryl Streep.

Sie kann einfach alles spielen

Dies eine gute Wahl zu nennen, wäre schlicht untertrieben. Mehr Glamour ist kaum denkbar. Denn Meryl Streep, deren Alter mit der Berlinalen-Zahl exakt übereinstimmt, ist nichts weniger als die Königin von Hollywood (auch wenn sie in New York wohnt).

Sie hat in über 70 Filmen mitgewirkt. Und kann einfach alles spielen, großes Drama wie Komödien, reale Figuren wie Margaret Thatcher oder Hexen aus dem Fantasybereich. Und singen kann sie auch, das zeigt sie in der Musicalverfilmung „Mamma Mia!“wie in ihrem aktuellen Film „Ricki“,.

Keiner hat mehr Oscar-Nominierungen

Darüber hält die Streep einen einsamen Rekord. In diesem Jahr hatte sie ihre 19. Oscar-Nominierung, in der ganzen Fimgeschichte gibt es keinen Schauspieler – auch keinen männlichen –, der öfter nominiert war.

Drei Goldjungs hat sie auch schon gewonnen, den letzten 2012 für „Iron Lady“. Da ist ihr nur eine voraus: Katharine Hepburn hat insgesamt vier Oscars gewonnen, den letzten aber erst mit 74. Da hat Frau Streep also noch Luft nach oben.

Erstes Mal in einer Jury

Der Juryvorsitz ist nun eine kleine Sensation. Denn es ist überhaupt das erste Mal, dass die New Yorkerin eine Jurytätigkeit auf einem Festival übernimmt. Auf der Berlinale ist sie eine gute Bekannte.

Zuletzt war sie 2006 mit Robert Altmans „Last Radio Show“ im Wettbewerb, 2003 gewann sie dort, zusammen mit Julianne Moore, den Silbernen Bären als beste Darstellerin für „The Hours“.

Dauergast der Berlinale

Bereits 1999 erhielt sie eine Berlinale Kamera und vor drei Jahren widmete das Festival ihr eine Hommage und verlieh ihr den Ehrenbären fürs Lebenswerk.

„Die Verantwortung ist fast etwas einschüchternd“, kommentiert sie ihre Ernennung. Und: „Ich hoffe, ich kann an den Standard der hervorragenden Jurys der vergangenen Jahre anknüpfen.“ Ihre Bescheidenheit ist eine der vielen Vorzüge dieses Stars.