Berlinale

Regisseur Darren Aronofsky wird Jury-Präsident

Er hat Erfolgsfilme wie „Wrestler“ und „Black Swan“ gedreht. Der Kultfilmer war bislang eher Dauergast bei den Filmfestspielen in Venedig. Jetzt aber hat ihn Dieter Kosslick nach Berlin gelockt.

Foto: GABRIEL BOUYS / AFP

In manchen Jahren hat sich die Berlinale ja etwas Zeit gelassen, bis sie ihren Jury-Präsidenten verriet. Als ob sie sich nicht entscheiden konnte oder noch eine definitive Zusage abwarten musste. Einmal ist dem Filmfestival sogar der übermächtige Konkurrent aus Cannes zuvorgekommen und hatte seinen Präsidenten (für das Festival im Mai) als Ersten bekannt gegeben. Diesmal aber ist die Berlinale früh dran. Und kann wahrlich mit einem Namen glänzen: Der Jury-Präsident der 65. Berlinale, die vom 5. bis 15. Februar 2015 stattfinden wird, ist der amerikanische Kultregisseur Darren Aronofsky.

Der Drehbuchautor und Produzent habe sich als einer der herausragenden Protagonisten des Autorenkinos profiliert, begründeten die Filmfestspiele Berlin am Dienstag die Entscheidung. Aronofsky lote immer wieder die filmische Sprache und deren ästhetische Möglichkeiten aus, erklärte Festivalchef Dieter Kosslick.

Goldener Löwe für „Wrestler“, Oscar für „Black Swan“

Aronofsky, 45, ist Regisseur mehrerer preisgekrönter Filme, darunter „Pi – System im Chaos“, die Literaturverfilmung „Requiem for a Dream“ sowie „The Fountain“. Beim Filmfestival in Venedig wurde „The Wrestler“ 2008 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Wim Wenders, der damals der Jury-Präsident von Venedig war, wollte eigentlich auch noch Hautpdarsteller Mickey Rourke als besten Schauspieler auszeichnen. Das verstieß gegen die Statuten, Wenders hatte das bei der Preisverleihung aber dennoch öffentlich betont und dadurch das Festival verstimmt. Aronofsky könnte sich dafür auf der Berlinale noch einmal persönlich bedanken: Wenders bekommt dort den Ehrenbären verliehen.

Sein nächster Film war dann sein erfolgreichster: Für den Balletthriller „Black Swan“ erhielt Natalie Portman 2011 den Oscar. In diesem Jahr kam Aronofskys Bibeldrama „Noah“ ins Kino. Auf der Berlinale hat er bislang noch keinen Film vorgestellt. Dieter Kosslick könnte dem Lido damit womöglich einen Dauergast abspenstig machen.