Berlinale

Christian Bale will „das mit den Oscars“ nicht überbewerten

Der Hollywoodstar zeigt den Film „American Hustle“ auf der Berlinale in einer Special Gala. Bale spricht über seinen Mut zur Hässlichkeit und wie es ist, sich Monate lang einen Bauch anzufressen.

Zum Glück sieht er wieder normal aus. Denn so wie Christian Bale in „American Hustle“ herumläuft, hätte man ihn wohl nicht auf den roten Teppich im Friedrichstadt Palast gelassen. Alexander Soyez hat mit dem Oscar-Kandidaten im Hotel Regent gesprochen.

Berliner Morgenpost: Bei ihrem letzen Film mit David O. Russel, „The Fighter“, haben sie den Oscar bekommen, jetzt sind sie wieder nominiert…

Christian Bale: Ja. Stimmt. Aber das liegt wohl eher an David als an mir. Vergessen Sie nicht, meine Partner sind ja auch nominiert: in allen Schauspieler-Kategorien. Er holt wahrscheinlich das Beste aus Schauspielern heraus. Andererseits darf man das mit den Oscars sowieso nicht überbewerten. Spätestens wenn man sieht, dass Jeremy Renner nicht nominiert ist. Es gibt grausige Schauspieler, aber ab einem bestimmten Qualitäts-Level hängt doch letztlich alles nur von den Rollen ab, die man spielen darf. Und David erschafft solche Rollen.

Gibt es da trotzdem manchmal das Gefühl eines Wettbewerbs?

Nein, gar nicht. Ich finde wir sind alle eine Sippe. Wir machen uns zu Narren, um Geschichten zu erzählen.

In diesem Fall stimmt das sogar. In „American Hustle“ machen Sie keine gute Figur. Buchstäblich. Eine pralle Wampe, übergekämmtes Haar und 70er-Jahre- Outfit.

Oh ja. Nicht gerade vorteilhaft, das habe ich mir nach dem Drehtag auch immer gesagt, wenn ich in den Spiegel geguckt habe.

War es denn wirklich nötig?

Der erste Eindruck ist sehr sehr wichtig. „American Hustle“ basiert auf wahren Ereignissen, meine Figur Irving Rosenfeld basiert auf dem Trickbetrüger Mel Weinberg. Als ich das erste Mal ein Foto von ihm sah, hat es mich von den Socken gehauen. Er war eben nicht dieser coole Typ, sondern ein rundlicher Kerl mit übergekämmten Haaren und mieser Haltung. Genau so wollte ich ihn zeigen. . Vergessen Sie nicht, dieser Typ, der so gar keinem Schönheitsideal entspricht, hatte gleich zwei wunderschöne Frauen an seiner Seite.

Und zuzunehmen war dann auch kein Problem?

Ich hab kiloweise Kartoffeln gegessen und zwei Monate lang stillgesessen. Am Ende habe ich mich gefühlt wie ein Weihnachtsmann mit Glatze und getönter Brille. Angenehm war das nicht, mein Körper fand das gar nicht gut. Ich finde aber, dass es zu meinem Job gehört, nicht einfach am ersten Drehtag als Christian Bale aufzulaufen, sondern mich schon Monate vorher vorzubereiten – was immer das heißt. Muskelpakete für Batman, knapp 30 Kilo abnehmen für „The Machinist“ oder eben eine Plauze für „American Hustle“.