Leserjury

Mit der Morgenpost zur 62. Berlinale

Mit der Morgenpost zehn Tage lang zu den 62. Berliner Filmfestspielen im Februar: Was die künftigen Juroren erwartet, was sie können und wie sie sich bewerben müssen.

Foto: REUTERS

Die Berlinale ist wie Weihnachten. Zur Weihnachtszeit zünden wir Kerzen an, um die dunkle Jahreszeit zu kompensieren. Eine Lichttherapie. Der schlimmste Monat im Jahr ist aber der Februar, der ist kalt und trüb, und deshalb ist es nur richtig, dass man die Berlinale einst vom Sommer auf diesen Termin verlegte: um die kritische Zeit zu überbrücken. Als Lichtspieltherapie. Zehn Tage lang kann man seinen Alltag komplett vergessen, da ist Ausnahmezustand für alle Cineasten und Filmfans. Da stehen, auch wenn es garantiert zum Berlinalestart wieder graupeln und stürmen wird, die Massen dickvermummt in der Kälte am Potsdamer Platz, um ihre Idole über den Roten Teppich schreiten zu sehen. Sie stehen auch wieder in den ewig langen Schlangen in den Potsdamer Platz Arkaden, um einige der begehrten Tickets für die Filmvorführungen zu ergattern.

Frau Meryl, die Bullock und ich

Mögen die anderen A-Festivals auch mit Meer und Sonne gesegnet sein, mag Cannes seine Croisette und Venedig den Lido haben, eines hat das Berliner Filmfestival seinen Konkurrenten voraus: Es ist auch ein Publikumsfestival. Hier kann man nicht nur Stars hautnah erleben, hier kann man auch ihre Filme sehen, lange bevor sie regulär in die Kinos kommen. Das Ganze hat nur einen Haken: Man muss sich eben in dieser besagte Schlange stellen. Oft für Stunden. Und nicht selten wird einem dann das letzte Ticket für den Film, den man ganz unbedingt sehen wollte, direkt vor der Nase weggeschnappt.

Morgenpost Online kann da eine dankbare Alternative bieten: Werden Sie Mitglied unserer Leserjury! Unsere Zeitung kürt im 39. Jahr zwölf Geschworene, die den Wettbewerb der Berlinale besuchen, um am Ende über den Publikumsfavoriten abzustimmen. Andere Berliner Zeitungen haben nach unserem Modell ähnliche Leserjurys für Nebensektionen ins Leben gerufen. Aber die Morgenpost-Jury ist die älteste ihrer Art, und nur sie darf in den Wettbewerb.

Alles, was Sie dafür brauchen, ist Sitzfleisch. Davon allerdings reichlich. Denn es gilt, zwei bis drei Filme pro Tag zu sehen. Mindestens. Der Wettbewerb ist Pflicht. Wer dann noch Lust, Laune und vor allem Kraft hat, kann aber als Kür auch noch alle anderen Sektionen des Festivals besuchen, Panorama und Forum, Retrospektive und Kinderfilmfestival. Was Sie noch brauchen, ist Zeit. Und auch davon reichlich. Tagsüber ins Büro und abends noch schnell auf den Potsdamer Platz sausen, das geht leider nicht. Die Berlinale ist ein Fulltime-Job. Sie müssen sich für die gesamte Dauer (9.-19. Februar) Zeit nehmen. Der erste Film beginnt schon um 9 Uhr, der zweite um die Mittagszeit, der dritte am Nachmittag. Was Sie auch noch brauchen, sind ein wenig Englischkenntnisse. Denn die internationalen Filmpremieren laufen mit englischen, nicht mit deutschen Untertiteln. Man kann zwar auch per Kopfhörer die deutschen Simultanübersetzungen hören, aber das mindert ein wenig den Genuss (und stört die Nachbarn).

Das Festival verspricht auch in seinem 62. Jahr wieder viele Höhepunkte. Meryl Streep, die hier als „Iron Lady“ Margaret Thatcher zu sehen ist, nimmt einen Ehrenbären entgegen, Diane Krüger und Virginie Ledoyen kommen zum Eröffnungsfilm „Les adieu à la reine“, Stephen Daldry zeigt die Bestsellerverfilmung „Extremely Loud and Incredibly Close“ mit Tom Hanks und Sandra Bullock, Zhang Yiomou „The Flowers of War“ mit Christian Bale. Salma Hayek stellt „La chispa de la vida“ vor, Isabella Rossellini „Keyhole“. Und Indiens Superstar Shah Rukh Khan präsentiert seinen zweiten „Don“-Film, den er vor kurzem hier in Berlin gedreht hat. Auch die Internationale Jury ist hochprominent besetzt mit Mike Leigh, Charlotte Gainsbourg, Barbara Sukowa, Jake Gyllenhaal. Und Sie können die gleiche Aufgabe wie diese Juroren übernehmen: den Wettbewerb bewerten.

Bewerbung per Post oder online

Und so wird's gemacht: Wenn Sie bei unserer Jury mitmachen wollen, brauchen Sie nur eine kleine Bewerbung zu schicken. Bitte geben Sie dabei unbedingt Ihren Namen, Ihre Adresse, Alter, Beruf und persönliche Kinovorlieben an – sowie Ihre Handynummer (unter der Sie auch während der Berlinale zu erreichen sind). Dazu müssen Sie noch ein Passfoto legen (bitte ein Original, keine Fotokopie), das ist ganz wichtig, weil es bei Erfolg Ihren Festivalausweis zieren wird.

Schicken Sie Ihr Anschreiben per Mail an leserjury@morgenpost.de (mit Jpeg-Foto) oder per Post an Berliner Morgenpost, Kultur-Redaktion, Stichwort: Leserjury, Axel-Springer-Str. 65, 10888 Berlin. Einsendeschluss ist Freitag, der 20. Januar. Die Gewinner werden wie immer unter Ausschluss des Rechtsweges ermittelt und über den weiteren Verlauf unterrichtet.

Also: Machen Sie mit und entscheiden Sie, wer in diesem Jahr der Publikumsfavorit wird. Wir drücken Ihnen die Daumen.