Berlinale-Reporter

Diese Filme empfehlen Zuschauer der Berlinale

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Heike Dietrich

Endspurt bei der Berlinale 2010. Nachdem alle Wettbewerbsbeiträge, die ins Rennen um den Goldenen Bären gehen, bis zum späten Freitagabend gezeigt wurden, gibt es an diesem Wochenende nun die letzte Gelegenheit, Filme im Rahmen des Festivals zu sehen. Morgenpost Online hat sich umgehört, welche Streifen Zuschauer empfehlen würden.

Der Freitag war der letzte echte Festival-Tag. Der dänische Film "En Famille", "The Killer Inside Me" von Michael Winterbottom und "Mammuth" mit Gerard Depardieu waren die letzten, die ins Rennen um den Goldenen Bären gingen. Vor den Vorverkaufskassen herrscht seitdem eine Last-Minute-Stimmung: Jetzt noch mal schnell ins Kino. Doch welchen Film würden sie anderen unbedingt empfehlen?

Melanie Heidkämper (38) kann sich gar nicht recht entscheiden. 34 Filme wird sie bis Sonnabendabend gesehen haben, täglich hat sie mit vier anderen Kinoliebhabern früh morgens um Karten angestanden. Und es gibt einige Werke, die sie anderen ans Herz legt.

„Neukölln unlimited“ zum Beispiel würde sie als Neu-Neuköllnerin auch allen empfehlen, die nicht aus Berlin kommen oder nicht in dem Bezirk wohnen: „Superspannend“ findet sie die Dokumentation über eine Familie, deren Kinder mit allen Mitteln versuchen, ihre Abschiebung in den Libanon zu verhindern. Der Film ist zwar an diesem Wochenende nicht mehr zu sehen, kommt aber demnächst in die Kinos. Auch „Winters Bone“ , ein Film aus dem Forum, legt sie anderen ans Herz. Die Geschichte eines Mädchens, das versucht, die Existenz ihrer Familie zu retten. „Toller Film, die Geschichte nimmt den Zuschauer mit. White Trash pur“, sagt Heidkämper. (So, 19.30 Uhr, Babylon) . Weitere empfehlenswerte Filme: „Bal“ (So, 15.45 Uhr, Friedrichstadtpalast) und Teddy-Award-Gewinner „The Kids Are All Right“ (So., 22 Uhr, Urania) : „Julianne Moore und Annett Benning in schönen, mutigen Rollen. Und was zu lachen gibt es auch.“

Maria (45) aus Kreuzberg hat dagegen der norwegischen Wettbewerbsbeitrag "En Ganske Snill Man" ("A Somewhat Gentle Man") am besten gefallen. Die Geschichte eines Mannes, der wegen Mordes im Gefängnis war und nun wieder Anschluss ans Leben sucht. "Das ist wunderbarer schwarzer Humor - gleichzeitig hat der Film Tiefgang." (So, 19.30 Uhr, Berlinale-Palast) .

Kasimir Zierl (21) empfiehlt den Film aus der Retrospektive "Pickpocket" (Sbd., 17.30 Uhr, Zeughauskino) . Dem Australier, der in Wedding lebt, hat der Robert Bresson-Film wegen der sparsam gespielten Emotionen gut gefallen. In dem Film geht es um einen Mann, der zum Taschendieb ausgebildet wird.

Boris (42), ebenfalls aus Berlin, ist Korea-Fan darum hat er beinah ausschließlich koreanische Filme gesehen. Am besten fand er "Sona, The Other Myself" (Sbd., 15 Uhr, Cubix 7) . Eine Japanerin, die ursprünglich aus Korea stammt, dreht eine Dokumentation über ihre Nichte in Nordkorea. "Man bekommt einen guten Einblick in das Land. Nicht einen offiziellen, sondern einen sehr persönlichen. Man sieht das Leben in einer Diktatur."

Timo Reuter aus Mitte hat längst nicht so viel gesehen. Gerade für drei Filme hat der 24-Jährige Zeit gefunden. Er empfiehlt aber, auf jeden Fall den Banksy-Film „Exit Through Gift Shop“ zu sehen: „Sehr cooler Film über Streetart“, findet er (So., 17.30 Uhr, Berlinale-Palast) .

Die iranische Nachwuchsregisseurin und Drehbuchautorin Baharik Rajabi (30) kam für den Berliner Talent Campus nach Berlin. Sie empfiehlt einen Film aus ihren Land: "Sherarchi" (Zeit des Zorns). Die Frau und die Tochter eines Mannes werden nach den Wahlen auf der Straße erschossen. Er selbst beschließt darauf, zwei Polizisten zu erschießen. "Doch es geht nur am Rande um die Ereignisse im Iran. Es geht vor allem um die Gefühle des Mannes."