Berlinale-Reporter

2010 wird ein neues Rekordjahr für die Berlinale

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Heike Dietrich

Die Berlinale 2010 ist dabei, ihren eigenen Rekord zu brechen. Im vergangenen Jahr waren rund 275.000 Eintrittskarten verkauft worden. Jetzt, das lässt sich bereits absehen, werden es nochmals mehr sein. Frauke Greiner, Pressesprecherin der Berlinale, geht vor einigen Prozent mehr aus – endgültige Zahlen aber gibt es bislang noch nicht.

Etwas ist anders in diesem Jahr. Etwas ist merkwürdig. Die Warteschlangen an den Ticket-Schlatern sind nach wie vor lang, sehr lang. Und doch ist es immer wieder möglich, eine Eintrittskarte für einen der Filme der Berlinale 2010 Tickets zu bekommen. Und wzar kurzfristig. Nämlich: an einer der Tages- oder Abendkassen des Kinos.

In den vergangenen Jahren war das oftmals ein beinah hoffnungsloses Unterfangen. Wer etwa im Vorjahr in die Premiere von „Rage“ mit Judy Dench gehen wollte, musste sich an der Abendkasse bereits drei Stunden zuvor einfinden – und kam dennoch nur mit äußerstem Glück und verspätet in die Vorstellung im Berlinale-Palast. Um dann einen doch ziemlich langweiligen Film zu sehen. Einen solchen Andrang gab es bislang wohl nur für die Gala-Premiere von „Boxhagener Platz“ im Friedrichstadtpalast.

Dieses Jahr dagegen: Der sehenswerte Wettbewerbsbeitrag „Greenberg“, immerhin in Anwesenheit des Hauptdarstellers Ben Stiller, hatte am Sonntagabend um 19.30 Uhr noch so viele freie Plätze, dass es ausreichte, eine oder eineinhalb Stunden vorher an der Kasse des Blue Max Theaters zu stehen. Zwar saßen auch hier schon Menschen gegen 16.30 Uhr und warteten – notwendig aber war das nicht.

Sehr entspannt konnte man auch in die Panorama-Premiere von „Welcome to The Rileys“ mit James Gandolfini im Zoo-Palast am Montagabend gelangen. Noch kurz vor der Vorstellung um 21.30 Uhr waren noch Tickets im freien Verkauf; wer hoffte, vor der Vorstellung noch ein überzähliges Ticket an Nachzügler verkaufen zu können, hatte kaum eine Chance. Denn in dem traditionellen Premieren-Kino war noch ein Viertel bis ein Drittel der Plätze leer. Auch für die Panorama-Premiere von Kevin Spaceys „Father Of Invention“ am Montagnachmittag im Kino International, gab es tagsüber durchaus noch Tickets – und zwar ohne Wartezeit. Auch wenn letztlich dann doch jeder Platz besetzt war.

Frauke Greiner, Pressesprecherin der Berlinale, bestätigt den Eindruck, kann aber selbst nicht erklären, woran es liegt. Die Kontingente für den Tagesverkauf seien exakt so groß wie im vergangenen Jahr. Und der Ansturm auf die Karten sogar noch größer als im Rekordjahr 2009. Im vergangenen Jahr waren rund 275.000 Eintrittskarten verkauft worden.

In diesem Jahr, das ließe sich bereits absehen, auch wenn noch keine endgültigen Zahlen vorliegen, liege der Verkauf noch einmal um einige Prozent darüber. Einen Tipp hat Greiner allerdings: Sich anstellen, wenn die großen Filme gerade laufen. Ihr selbst hilft das wenig. Greiner wird während des Festivals nicht einen Film sehen können – keine Zeit.

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