Sein Besuch bei Nofretete im Neuen Museum, sein Gang durchs Pergamonmuseum und die Privat-Führung durch die Walton Ford-Schau im Hamburger Bahnhof – sie sollten ganz geheim bleiben. Das Sicherheitssystem um Leonardo DiCaprio und seine Freundin Bar Refaeli funktioniert minutiös professionell. Die Armada seiner Bodyguards ist reaktionsschnell und total verschwiegen. Mit Taschenlampen leuchten sie sogar in Kameraobjektive, um Fotos – eines ohnehin vermummten Stars – zu verhindern.
Die Protokollabteilung der Berlinale half dabei, die Museumsbesuche am eigentlich besucherfreien Montag zu organisieren. Nur zehn Minuten vorher riefen die Filmfestmitarbeiter an, um den hohen Besuch anzukündigen. Für einen Hollywoodstar stehen dann auch alle gern spontan zur Verfügung.
Im Hamburger Bahnhof kümmerte sich Kuratorin Britta Schmitz höchstpersönlich um die Führung. Auf Englisch und kostenfrei, ist Ehrensache. Begeistert berichtete sie anschließend von DiCaprios Bescheidenheit und seiner Detailkenntnis über US-Künstler Walton und dessen großformatige Tieraquarelle, die an ein fulminantes „Bestiarium“ erinnern. „Herr DiCaprio hat ein umfangreiches Wissen über die Tiere, wo sie leben und unter welchen Bedingungen“, sagte uns Schmitz. „Er setzt sich sehr mit der Zivilisationskritik und der Umwelt auseinander – genau wie Walton. Ich musste DiCaprio nicht viel erklären, er kennt die Bilder, die Geschichten dazu und auch die Vorlagen. Für uns ist das immer schön, wenn der Besucher so eine hohe Vorbildung hat.“
ddp/sei




