Der Jubel am roten Teppich artete förmlich in Geschrei aus. Die Fans, die am Abend vor das Konzerthaus am Gendarmenmarkt gekommen waren, sie hatten ganz offensichtlich nur eines vor: Leonardo DiCaprio, den Stargast der Charity-Gala „Cinema for Peace“, aus nächster Nähe zu sehen. Sie wurden belohnt: der Hollywoodstar gab am Teppich Autogramme. Wehmutstropfen: Seine Freundin Bar Refaeli wollte DiCaprio seinen Fans nicht zeigen.

Das israelische Model, das er anscheinend wieder so liebt, wartete im Saal am festlich gedeckten Ehrentisch, ganz nah bei Leos Mutter Irmelin Idebinken. Als der Schauspieler an der Seite von Michail Gorbatschow und unter Fanfarenklängen den Saal betrat (die Gäste schenkten ihnen Standing Ovations), kniff Bar Refaeli Mama DiCaprio in den Unterarm. Die nickte, öffnete schnell ihre Abendhandtasche und holte ihre Kamera raus. Hätte sie doch beinahe vergessen, neue Fotos fürs Familienalbum zu machen.

Die Gala, die im Zeichen der Versöhnung und des Friedens stand, eröffneten Bob Geldof und Catherine Deneuve. „Wir feiern hier die menschlichen Werte“, begrüßte Geldof die Gäste, darunter Gesine Schwan und Ehemann Peter Eigen, Roland Emmerichs Freund Omar, Vitali Klitschko, Katja Riemann, Jan-Josef Liefers und Anna Loos sowie Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel mit Ehefrau Andrea. Der Politiker musste bei seiner ersten Cinema for Peace-Gala gleich etwas einstecken. Bob Geldof wollte witzig sein und sagte vor versammelter Mannschaft durchs Mikrofon: „Wie kommen Sie eigentlich an so eine schöne Frau. Sie sind ein so hässlicher Mann.“ Pause. Dann fügte der Musiker und sozial engagierte Friedensaktivist hinzu: „Sie helfen uns in Fragen von Gerechtigkeit und Sie kämpfen mit uns gegen Armut. Danke, Sie sind heute Abend sehr herzlich willkommen.“

DiCaprio begann seine Ansprache ganz persönlich: „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Mama“, sagte er, und die Gäste im Saal feierten Irmelin Idebinken. Dann wurde er ernst, sprach über die Gefahren, die zu erwarten seien, wenn wir uns nicht um unsere Umwelt kümmern: „Als Schauspieler fühle ich mich verantwortlich , dabei zu helfen, dieses Thema öffentlich zu machen.“

Der Film „Das weiße Band“, gerade für den Oscar nominiert, wurde bei der Gala als „Wertvollster Film des Jahres“ ausgezeichnet. In der Kategorie „Versöhnung“ erhielt der Streifen „Five minutes of heaven“ von Oliver Hirschbiegel und mit Liam Neeson die Trophäe. Neeson, der vom Drehen aus Babelsberg zur Gala kam, dankte lustig: „Ich bin tief gerührt und nehme das hier für alle Iren entgegen.“

Bar Refaeli schien dies alles nicht so wirklich zu interessieren. Sie fühlte sich wie auf dem Präsentierteller, ständig strich sie sich durchs Haar. Als sich die Gäste zu Ehren von Sir Christopher Lee erhoben, blieb sie als Einzige sitzen… Am liebsten hätte sie sich wohl unsichtbar gemacht.

Der Erlös des Abends ging mehrheitlich den Stiftungen DiCaprios und Gorbatschows zugute. DiCaprios Funds unterstützte zuletzt die Erdbebenopfer in Haiti. Der Schauspieler war im vergangenen Jahr der erste Preisträger des „International Green Award“.

Die Gala "Cinema for Peace" findet am Rande der Berlinale statt, ist aber nicht Teil des offiziellen Programms. Die gesammelten Spenden, die vom Eintrittsgeld und einer Auktion kommen, gehen an soziale Projekte und Organisationen. Im vergangenen Jahr waren insgesamt 400.000 Euro eingenommen worden.

BMO