"Hauptrolle Berlin"

Heike Makatsch und ihre "Hilde" im Zoo Palast

Die Schauspielerin Heike Makatsch erzählt, wie sie sich in die Knef verwandelte. Und warum die lange Produktionszeit ein Segen war.

Heike Makatsch mit Morgenpost-Redakteur Peter Zander im Zoo Palast

Heike Makatsch mit Morgenpost-Redakteur Peter Zander im Zoo Palast

Foto: Jörg Krauthöfer

Es ist ziemlich genau sechs Jahre her, dass „Hilde“ seine Uraufführung auf der Berlinale feierte. Und es waren noch einmal zwei Jahre mehr, die sich Heike Makatsch auf diese Rolle vorbereitet hat.

Deshalb sah die Schauspielerin am Dienstag Abend im Zoo Palast aus der Distanz noch mal ganz anders auf diesen Film und diese Rolle, die sie so wesentlich mitbestimmt hat und auf die sie sich vorbereitet hat wie auf keine andere zuvor, Gesangsunterricht inklusive.

Jeden ersten Dienstag im Monat zeigt der Zoo Palast gemeinsam mit der Berliner Morgenpost in der Reihe „Hauptrolle Berlin“ einen genuinen Berlin-Film. Und als es nun, eine Woche nach dem 90. Geburtstag von Hilde Knef, an diesen Film ging – der nicht nur von dieser Berliner Ikone erzählt, sondern vor allem, wie sie sich erst mal von der Stadt lösen musste, um sich neu zu erfinden, und sie dann noch mal eroberte –, ließ es sich die Schauspielerin nicht nehmen, ihn selbst zu präsentieren.

Eine Art Klassentreffen

Sie brachte aber auch gleich noch zwei weitere Gäste mit: Kai Wessel, den Regisseur, und Judy Tossell, die deutsch-britische Produzentin. Eine Art Klassentreffen, hatten sich die drei doch schon seit Jahren nicht mehr gesehen.

Mit Tossell hatte die Makatsch schon zwei andere Filme gedreht, „Almost Heaven“ und vor allem „Schwesterherz“, bei dem Heike Makatsch auch das Drehbuch schrieb. Beide wollten unbedingt noch einen Film zusammen machen, und als die Makatsch gerade ein Buch über die Knef las, als sie sich trafen, war die Idee geboren, ihr Leben zu verfilmen.

Judy Tossell und Kai Wessel erklärten noch einmal kurz, warum die Produktionszeit sich so lange hingezogen hatte und dass der Film erst stimmig wurde, nachdem sie den zeitlichen Rahmen nicht mehr nur auf die Karriere in den USA beschränkt hatten.

Und Heike Makatsch sprach noch mal darüber, wie es war, sich langsam in die Knef zu verwandeln und schließlich auch deren Lieder zu singen – die für sie überhaupt erst der Schlüssel waren, um in ihre Psyche „hineinzukrabbeln“.

Die Lieder als Schlüssel für die Psyche

Alle drei haben den Film lange nicht gesehen. Judy Tossell und Kai Wessel haben ihn sich dann auch gleich noch mal vor Ort angechaut. Heike Makatsch aber nicht: Sie hat Probleme, sich Filme von ihr noch einmal anzusehen. Sie mag lieber so an sie denken, wie sie sie in Erinnerung hat.

Die Vorführung im Zoo Palast war schon seit Tagen ausverkauft, so groß war das Interesse an der Veranstaltung. Als Nächstes wird in der Reihe am 2. Februar „Berlin is in Germany“ mit Jörg Schüttauf zu sehen sein.