Film

Stramme Helden, schräge Töne: Das bringt das Kinojahr 2016

Brad Pitt muss zwei Mal an die Front, George Clooney verschwindet gleich doppelt. Und etliche Stars schlüpfen in neue Superheldenkostüme.

Duell der Spitzen-Comicstars: Ben Affleck (l.) und Henry Cavill in „Batman vs. Superman: Dawn Of Justice“

Duell der Spitzen-Comicstars: Ben Affleck (l.) und Henry Cavill in „Batman vs. Superman: Dawn Of Justice“

Foto: Courtesy of Warner Bros. Picture

Das Kinojahr 2015 hat mit „Die Tribute von Panem“ eine große Kinoreihe beendet und eine noch größere, die jüngste „Star Wars“-Trilogie, eröffnet. Ganz so einschneidend wird das neue Jahr vielleicht nicht. Aber auch 2016 verspricht wieder große Gefühle und große Stars auf großer Leinwand. Wir haben uns schon mal umgesehen.

Echte Gefühle

Auch im neuen Jahr setzt man wieder auf Verfilmungen realer Ereignisse. Verschwörungsfanatiker Oliver Stone hat mit „Snowden“ (Filmstart: 19.5.) ein Biopic über den gleichnamigen Whistleblower mit Joseph Gordon-Levitt gerdreht. „69 Tage Hoffnung“ (11.2.) erzählt die Geschichte der 33 chilenischen Bergleute, die im August 2010 verschüttet wurden, wobei Antonio Banderas die Rolle von Mario Sepúlveda spielt, der zum „Star“ unter den Verschütteten wurde.

„Deep Water Horizon“ (29.9.) erzählt von einer anderen Katastrophe jenes Jahres, der Explosion der Ölbohrplattform und der darauffolgenden Ölpest im Golf von Mexiko. Und Meryl Streep glänzt in einer ihrer schrägsten Rolle: in „Florence Foster Jenkins“ (24.11.) als schlechteste Sängerin der Welt, die aber steinreich war und es sich buchstäblich leisten konnte, die größten Konzerthäuser zu füllen.

Echte Kerle

Die männlichen Stars werden auch im neuen Jahr ganz schön rangenommen. Den Anfang macht bereits diese Woche Leonardo DiCaprio, der in „The Revenant“ (6.1.) allein in der kältesten Wildnis ausgesetzt wird. Winterlich weiter geht’s mit Quentin Tarantionos langersehntem, star-besetztem Schneewestern „Hateful Eight“ (28.1.) mit Samuel L. Jackson als eine Art gereiftem Django, aber ohne Christoph Waltz.

Brad Pitt wird gleich zwei Mal an die Front geschickt: in „War Machine“ (Starttermin noch unklar) in den Afghanistankrieg, und in Robert Zemeckis bislang noch „Untiteled World War II Romantic“ (November) in den Zweiten Weltkrieg.

Und George Clooney verschwindet gleich doppelt: Im Berlinale-Eröffnungsfilm der Coen-Brüder, „Hail, Caesar!“ (18.2.) wird er als Hollywoodstar entführt und in Jodie Fosters „Money Monster“ (19.5.) als Wall-Street-Guru als Geisel genommen.

Neues von der Comic-Front

Auch die Comic-Manie lässt im neuen Jahr nicht nach. Weitere Superstars steigen in Superheldenkostüme, dabei wächst das Marvel-Universum genauso wie das der X-Men. Channing Tatum wird zum Meisterdieb-Mutant „Gambit“ (6.10.). Ryan Reynolds, der sich schon als „Green Lantern“ versuchte, wechselt nun die Fahnen zum roten „Deadpool“ (11.2.).

Selbst Hamlet-Darsteller Benedict Cumberbatch beehrt das Genre als „Doctor Strange“ (27.10.). Im dritten Captain-America-Film „Civil War“ (5.5.) kommt neben den bekannten Avengers auch Tom Holland als neuer Spider-Man dazu, sowie Daniel Brühl als Gegenspieler.

Die „X-Men“ bringen es in „Apocalypse“ (19.5.) schon auf Teil 9 der Mutanten-Saga. Und zu einem regelrechten Superhelden-Gipfeltreffen kommt es in „Batman vs. Superman“ (24.3.) zwischen dem bereits als Kryptonier etablierten Henry Cavill und dem Neuling im Fledermauskostüm, Ben Affleck.

Comebacks des Jahres

Es gibt auch ein Wiedersehen mit vielen guten alten Bekannten. Als Jeremy Renner in „Das Bourne Vermächtnis“ floppte, hatte Regisseur Paul Greengrass noch geätzt, über Jason Bourne sei alles gesagt.

Nun hat er sich selbst wieder rangemacht und auch Matt Damon, den Star der ersten drei Filme, wiedergewonnen. Der Film heißt bislang „Untiteld Next Bourne Chapter“, hat aber schon einen Starttermin (28.6.).

Auch andere Filmfiguren feiern ein Comeback: In „Legend of Tarzan“ (21.7.) schwingt sich der äußerst attraktive Newcomer Alexander Starsgard an den Lianen. Den üblichen Lendenschurz musszr er allerdings gegen modernere Shorts eintauschen. Und wer sagt, dass Comebacks nur für reale Figuren gelten?

Zwölf Jahre nach dem Pixar-Trickerfolg „Findet Nemo“ geht es in „Findet Dorie“ (29.9.) nicht mehr um den berühmten Clownfisch, sondern diesmal um den vergesslichen Doktorfisch Dorie.

Und nachdem Regisseur Roland Emmerich mit seinem Schwulendrama „Stonewall“ floppte, legt er jetzt seinen größten Erfolg noch mal auf und schickt 20 Jahre danach in „Independence Day: Wiederkehr“ (14.7.) noch mal die Aliens auf die Erde Statt Will Smith kämpft nun aber Chris Hemsworth gegen die Schleimmonster.

Mach’s noch einmal

Jede Film-Generation hat ein Recht auf ihre eigene Version. In diesem Jahr gibt es deshalb gleich mehrere ambitionierte Remakes. Antoine Fuqua legt den Edelwestern „Die glorreichen Sieben“ (29.9.) neu auf, diesmal mit Denzel Washington, Ethan Hawke und Chris Pratt im Sattel.

Rudyard Kiplings „Das Dschungelbuch“ (14.4.), das vielen nur als Disney-Trickfilm kennen, ist nun bereits zum dritten Mal real verfilmt worden. Aber so täuschend echt waren der Bär Balu und die Schlange Kaa noch nie. Die Remakes betreffen aber nicht nur Unterhaltung aus Hollywood.

Hans Steinbichler hat auch „Das Tagebuch der Anne Frank“ (3.3.) neu inszeniert, mit Martina Gedeck, Ulrich Noethen und der jungen Lea van Acken, die vor zwei Jahren schon in „Kreuzweg“ faszinierte.

Deutsche Größen

Beim deutschen Film setzt man potenziert auf Stars. Nach seinen Neujahrs-„Tatorten“ im TV gelingt Til Schweiger mit „Tschiller. Off Duty“ (4.2.) als erstem Kommissar seit Georges Schimanski auch der Sprung ins Kino.

Florian David Fitz vereint in „Der geilste Tag“ zwei der kassenträchtigsten heimischen Stars: Matthias Schweighöfer und sich. Im Remake seines eigenen Films „Vier gegen die Bank“ (22.12.), seiner ersten deutschen Produktion seit Dekaden, setzt Wolfgang Petersen auf Schweiger, Schweighöfer, Herbig und Liefers.

Und Andreas Dresen schart in seiner Neuverfilmung von „Timm Thaler“ (neben dem Original-Timm Thomas Ohrner in einer Gastrolle) gleich den halben deutschen Film um sich. Ebenfalls am 22. Dezember: Das wird ein Weihnachts-Star-Duell.