ARD-Krimi

Beim „Tatort“ überfallen Osterhasen eine Charity-Gala

„Frohe Ostern, Falke“ heißt der „Tatort“ am Ostermontag. Eine Charity-Gala wird von fünf Osterhasen überfallen. Dann wird blutiger Ernst daraus. Spannend ist der Fall leider nicht.

Foto: NDR/Christine Schroeder

Das Gefühl der Peinlichkeit entsteht ja meistens, wenn Anspruch und Wirklichkeit für jeden erkennbar auseinander klaffen. In diesem Sinn ist der „Tatort“ mit Wotan Wilke Möhring als Kommissar Torsten Falke auf mustergültige Weise peinlich. Sein Anspruch liegt darin, eine Art grotesk überdrehte B-Movie-Variation auf das Genre des Geiselnehmer-Thrillers zu sein, auf Filme wie „Stirb langsam“ (1988) oder „Inside Man“ (2006). Seine Wirklichkeit ist eine vielleicht für zehn Minuten halbwegs spannende, zehn Minuten erträgliche und die letzten 70 Minuten nervtötende Ansammlung von Dialogen aus Pappkarton, Motivationsfehlern und anderen logischen Ungereimtheiten.

Worum geht es in diesem Film von Regisseur Thomas Stiller? Eine Hamburger Charity-Gala zugunsten von Flüchtlingen wird von fünf Osterhasen überfallen. Es sind die Aktivisten einer Gruppe namens „Bad Easter Bunnies“, die sich falsche Hasenpelze angezogen und Hasenmützen aufgesetzt haben, die unendlich böse aussehen. Vordergründig geht es darum, den selbstzufriedenen Hamburger Granden einen Schrecken einzujagen. Doch einer der fünf Hasen hat eine geheime Agenda.

Sinistre Hintermänner

Dieser Hase Frank (Thomas Sarbacher) ist nämlich wirklich böse und nicht nur, wie seine Mitstreiter, auf ironische Aktivistenweise ungezogen. Er legt gleich zu Beginn einen der Gäste um, es sieht wahllos aus, ist aber gezielt. Denn Frank Übelhase steht mit sinistren Hintermännern in Verbindung. Dass er nun gegen die Absprache freudig Blut vergießt, führt bei seinen Mithasen nicht etwa zur Meuterei. Sie lassen sich mit dem Schwachsinnsargument „Wir müssen zwei Stunden durchhalten“ im Zaum halten, was unbeabsichtigt viel grotesker ist als all das, was in diesem „Tatort“ auf so gestrige Weise überzogen sein will.

Man hätte sich einen schöneren Abschied gewünscht für Petra Schmidt-Schaller, die kürzlich ihren Rückzug als Falkes Kollegin Katharina Lorenz bekannt gab. Lorenz ist als Gast der Charity-Veranstaltung unfreiwillig zur Geisel geworden – nicht nur der Hasen, sondern vor allem des Drehbuchs, das sie pausenlos Setzkastensätze aufsagen und hölzerne Textnachrichten an ihren weitgehend passiven Kollegen vor der Tür schicken lässt. Für Falke wiederum möchte man in Zukunft wieder auf sehenswerte Fälle hoffen.

ARD: Am Ostermontag um 20,15 Uhr