Let’s Dance

Cora Schumacher erhält Minuspunkte und fliegt aus der Show

So schlecht hat man selten jemanden tanzen gesehen: Nach Cathy Fischer musste nun auch Cora Schumacher die RTL-Tanzshow verlassen. Sie tanzte einen Jive, für den Juror Joachim Llambi kaum Worte fand.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Zwei Zuschauer während der Sendung: „Die Schumacher muss doch rausfliegen, das ist ja nicht zu ertragen.“ – „Ja, nee, die fliegt nicht raus.“ – „Warum?“ – „Kann RTL nicht bringen. Die haben ja letzte Woche schon Cathy Fischer verabschiedet, die ist ja auch so halbwegs prominent.“ – „Ja und? Wenn sie schlecht getanzt hat?“ – „Wie naiv bist du denn bitte?“ – „Da stimmen doch die Zuschauer ab.“ – „Glaubst du das wirklich?“ – „Äh, ja, oder?“

Man kann bei all diesen Castingshows, die in den letzten Jahren um sich gegriffen haben, zum eigenen Schutz vor Langeweile ja immer mal darüber spekulieren: Ob es sich wirklich um authentische Zuschauervoten handelt, die am Ende herauskommen, oder ob der Sender mit Rücksicht auf künftige Quotenerfolge etwas daran dreht. Hatte man sich beim Dschungelcamp ja auch schon gefragt. Das half bei der zweiten, schier endlosen Folge von „Let’s Dance“ manchmal über ein paar Längen hinweg, aber leider nicht ganz.

Bis es zum historisch missratenen Auftritt Cora Schumachers kam, waren nämlich ziemlich viele Tänze anzusehen, vorgeführt von ziemlich vielen Menschen, von denen man noch nie zuvor gehört hatte. Natürlich kennt man den Gewichtheber und Olympiasieger Matthias Steiner (er schlug sich übrigens ganz gut), aber wer ist bitte Panagiota Petridou? Jeder, der die erste Sendung verpasst hatte, musste sich das fragen. Die Suchmaschine spuckt „Moderatorin und Autoverkäuferin“ aus. „Sie tanzt jetzt eine Rumba“, sagte Moderatorin Sylvie Meis, „das heißt sexy, erotisch, geschmeidig“. Was dann aber zu sehen war, blieb ohne jede Geschmeidigkeit. Gerade mal acht Punkte wolllte die Jury ihr und ihrem Partner Sergiu Luca zugestehen.

Das war schon ziemlich wenig, aber der Tiefpunkt stand noch bevor. Bis dahin hangelte sich die Sendung an Unbekannten und Halbprominenten entlang, die mal unauffällige, mal zumindest nicht grob peinliche Jives und Rumbas aufs Parkett legten. Für den würdevollen Slowfox von Beatrice Richter und ihrem professionellen Partner Vadim Garbuzov gab es immerhin 17 Punkte, und auch RTL-Moderatorin Katja Burkard (mit Paul Lorenz) brauchte sich mit ihren 15 Punkten nicht zu verstecken. Doch dann kam Cora Schumacher.

Die Sprache verschlagen

Es war ein Jive zu Taylor Switfts „Shake it off“, den die 38-Jährige vorführte, und das missriet zu einer derart unansehnlichen Hampelei, dass es der Jury fast die Sprache verschlug. Selbst der eigentlich höfliche Laufstegtrainer Jorge Gonzalez konnte sich gerade mal zu einem „No comment“ durchringen, und der hart urteilende Joachim Llambi sagte: „Das war nichts Tänzerisches“. Was es denn dann gewesen war, konnte auch er nicht sagen, aber er vergab zum ersten Mal in der Geschichte der Sendung die Wertung von minus einem Punkt. So sahen es auch die Zuschauer, die mit Cora Schumacher nach Cathy Fischer nun schon die zweite Frau aus der Show warfen, die zumindest regelmäßigen Boulevard-Lesern ein Begriff ist.

Und sonst? Auf die Komödiantin Enissa Amani wird man weiterhin achten müssen, genauso wie auf den ehemaligen Fußballspieler Hans Sarpei und die Moderatorin Minh-Kai Phan-Thi. Dieses Trio lieferte erneut gute Leistungen ab und darf wohl zu den Favoriten der Sendung gezählt werden.