Ein zauberhaftes Potpourri haben sich Simon Rattle und seine Berliner Philharmoniker zum Jahreswechsel zusammengestellt. Es führt von Rameau bis Kodály quer durch die Jahrhunderte und durch Stimmungslagen von barocker Festlichkeit, über Verspieltheit und Getriebenheit bis hin zum tänzerischen Finale mit Zugaben.

Die Sektkorken können knallen, aber es ist weit mehr als nur Silvester-Tralala. Es ist auch ein Abend der Berührtheit: Im langsamen Satz von Mozarts A-Dur-Klavierkonzert führt Menahem Pressler tiefe Einsamkeit vor, wie sie wohl nur 91-jährige lebensweise Pianisten vorführen können. Es ist atemberaubend, auch, weil die Philharmoniker es feinfühlig mittragen können. Der Altmeister bekommt stehende Ovationen in der Philharmonie. Eine Ehrung, die nur selten passiert.

vbl