Kulturforum

Berliner Gemäldegalerie bekommt einen neuen Museumsbau

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: Sergej Glanze

Der umstrittene Umzug der Berliner Gemäldegalerie an die Museumsinsel ist vom Tisch. Zu teuer, lautet die Begründung. Nun soll ein Neubau am Kulturforum gebaut werden.

Der umstrittene Umzug der Berliner Gemäldegalerie vom Potsdamer Platz an die Museumsinsel ist vom Tisch. Die verantwortliche Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) erklärte am Mittwoch, das Projekt sei „derzeit finanziell nicht leistbar“.

Einem Gutachten zufolge würde der Umzug der Alten Meister mit dem dann nötigen Neubau an der Museumsinsel mindestens 375 Millionen Euro kosten. Stattdessen soll nun für etwa ein Drittel der Summe ein neues Museum der Moderne am Potsdamer Platz entstehen.

Ursprünglich hatte die Stiftung geplant, die Gemäldegalerie mit ihrer wertvollen Sammlung Alter Meister zu räumen, um dort die Kunst der Moderne unterzubringen.

Diese Pläne hatten im vergangenen Jahr international einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Kritiker fürchteten, die Alten Meister könnten jahrelang im Depot verschwinden.

Die Stiftung hatte daraufhin eine Studie in Auftrag gegeben, die mehrere Varianten prüfen sollte. Ziel ist nun, hinter der Neuen Nationalgalerie an der Sigismundstraße ein zusätzliches Museum zu bauen.

Die Kosten werden auf knapp 130 Millionen Euro veranschlagt. Der Stiftungsrat und die parlamentarischen Gremien müssen dem neuen Konzept noch zustimmen.

Neumann befürwortet Konzept

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) begrüßte das Konzept für ein neues Museum der Moderne. Der Vorschlag der Stiftung sei eine wichtige Weichenstellung für die Berliner Museumslandschaft und vor allem für die Nationalgalerie, die ihre Werke des 20. Jahrhunderts bisher nicht in angemessener Weise präsentieren könne, erklärte Neumann.

Die neuen Pläne waren durch eine Schenkung des Sammlerpaares Pietzsch angestoßen worden. Das Ehepaar hatte Berlin seine wertvolle Surrealistensammlung zugesagt – vorausgesetzt, sie werde angemessen präsentiert. Das soll nun zusammen mit den bereits bestehenden Beständen der Neuen Nationalgalerie in dem neuen Museum geschehen.

„Der Kurswechsel der Stiftung zeugt (...) von Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein“, sagte Neumann. Das Konzept sei eine gute Grundlage für die jetzt notwendigen Entscheidungen im Stiftungsrat und im Parlament.

( dpa/mim )