Berliner Kulturpolitik

Vor dem Umzug wird das Märkische Museum saniert

Wowereit fordert eine „Attraktivitätssteigerung“ für das Stammhaus des auf verschiedene Ausstellungsorte zerstreuten Stadtmuseums am Köllnischen Park. Elf Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung.

Foto: Franziska Koark / picture alliance / ZB

Es klingt wie ein Hilferuf, aber diese Art der verzweifelten Formulierung passt nicht so recht zu Franziska Nentwig: „Wir wollen Klarheit“, sagte die Generaldirektorin der Stiftung Stadtmuseum am Ende der Sitzung des Kulturausschusses.

Im Abgeordnetenhaus ging es mal wieder um die Zukunft der Einrichtung, die so etwas wie das Stiefkind der Berliner Kulturpolitik ist und in den vergangenen Jahren schon oft vertröstet worden ist. Über etwa 4,5 Mio. Objekte verfügt die Stiftung, mangels Platz können aber „derzeit nur 2800 ausgestellt werden“, sagte die Generaldirektorin.

Ein bisschen in die Rolle des Mutmachers schlüpfte Klaus Wowereit. Der Regierende Bürgermeister sprach sich dafür aus, dass die Sanierung des Märkischen Museums, das Stammhaus des auf verschiedene Ausstellungsorte zerstreuten Stadtmuseums, möglichst bald angegangen werden soll. Knapp elf Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung.

Wowereit war nicht überzeugt vom Marinehaus

Ursprünglich war das Geld der Lottostiftung allerdings für den Erweiterungsbau gedacht. Der sollte gegenüber dem Märkischen Museum im sogenannten Marinehaus realisiert werden – bis man die Pläne im vergangenen Jahr überraschend zu den Akten legte, weil eine Studie ergab, dass die Flächen im Marinehaus nicht geeignet seien. Rund 2,8 Millionen Euro Planungskosten „wurden versenkt“, kritisierte Sabine Bangert (Grüne).

„Wir mussten die Notbremse ziehen, das war schmerzlich“, sagte Wowereit, der nie so richtig vom Marinehaus überzeugt war, weil er den Standort für wenig attraktiv hält. Der wird aber dem Museum noch viele Jahre erhalten bleiben, denn die Zukunftsplanung ist von vielen Unsicherheitsfaktoren getrübt.

Als neuer Standort ist nach wie vor die Breite Straße im Gespräch, aber noch befindet sich in dem Gebäude ein Teil der Zentral- und Landesbibliothek. Die soll irgendwann aufs Tempelhofer Feld ziehen, aber der in der Koalitionsvereinbarung zwischen SPD und CDU vereinbarte Neubau ist beim kleinen Koalitionspartner umstritten, ein Baubeginn liegt in weiter Ferne.

Drei Varianten sind im Gespräch

Aber zumindest hat eine Machbarkeitsstudie ergeben, dass die Breite Straße grundsätzlich als Museum geeignet ist. Drei Ausbauversionen wurden geprüft, der Maximal-Variante (inklusive Flächen für die Depots) werden wegen der Kosten von rund 85 Mio. Euro keine Chancen eingeräumt, die beiden anderen liegen zwischen 28 und 32 Mio. Euro, die Senatskulturverwaltung favorisiert die mittlere.

„Eine schöne Vision, aber wir führen eine virtuelle Debatte“ kommentierte Wolfgang Brauer (Linke) angesichts der zeitlich vagen Planung. Diese Meinung scheint man in der Regierung durchaus zu teilen, ohne es allerdings direkt zu sagen, denn erst mal will man sich ganz auf den bisherigen Standort am Köllnischen Park konzentrieren.

Und der Regierende Bürgermeister hat klare Vorstellungen, was die Renovierung und Umgestaltung des Märkischen Museums bringen soll: eine „Attraktivitätssteigerung“.

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