Ausstellung

Bernd Neumann soll Ausstellung zensiert haben

Gegen Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) ist im Zusammenhang mit einer Berliner Ausstellung über "Fremdbilder in Europa" der Vorwurf der Zensur erhoben worden. Neumann soll den Text einer Informationstafel in seinem Sinne verändert haben.

Foto: dpa / dpa/DPA

Wie die Wochenzeitung "Die Zeit" berichtet, sei kurz vor Eröffnung der Ausstellung "Fremde? Bilder von den Anderen in Deutschland und Frankreich seit 1871" im Oktober im Deutschen Historischen Museum eine Texttafel auf Wunsch Neumanns ausgetauscht worden. Neumanns Büro habe eine "neue Formulierung" geliefert.

Der vom Museum ursprünglich vorgesehene Text habe mit den Sätzen geendet: "Neue Gesetze über Staatsangehörigkeit und Zuwanderung schufen erst seit der Jahrtausendwende die neuen Rechtsgrundlagen. Während innerhalb Europas die Grenzen verschwinden, schottet sich die Gemeinschaft der EU zunehmend nach außen ab. Die Festung Europa soll Flüchtlingen verschlossen bleiben." In der nun ausgestellten Version seien die letzten beiden Sätze gestrichen und durch folgenden Satz ersetzt worden: "Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge fördert seitdem staatlicherseits die Integration von Zuwanderern in Deutschland."

Ein Sprecher von Kulturstaatsminister Neumann wollte sich dazu gestern nicht näher äußern, betonte aber: "Eine Zensur von Kulturstaatsminister Neumann hat es nicht gegeben." Museumsdirektor Hans Ottomeyer erklärte dazu als Präsident der Stiftung Deutsches Historisches Museum: "Wie immer vor solchen Terminen habe ich dem zuständigen BKM-Referat die Ausstellungstexte zur Verfügung gestellt. Berechtigte Rückfragen des zuständigen Referats zum Text habe ich zum Anlass genommen, in eigener Verantwortung Modifizierungen vorzunehmen."